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DSV-Adler wollen beim Kult-Weltcup aufs Podest

Mit Kusshand und als Drittplatzierter hat Severin Freund im vergangenen Jahr die Mühlenkopfschanze verlassen. Nach einem Kreuzbandriss beim Training kann er dieses Jahr jedoch nicht beim "Kult-Weltcup" an den Start gehen.
Mit Kusshand und als Drittplatzierter hat Severin Freund im vergangenen Jahr die Mühlenkopfschanze verlassen. Nach einem Kreuzbandriss beim Training kann er dieses Jahr jedoch nicht beim "Kult-Weltcup" an den Start gehen. FOTO: dpa
Willingen. Das Saison-Aus für Severin Freund sorgte bei den Skispringern zwar für Traurigkeit, doch die Vorfreude auf Willingen kehrte schnell zurück. Im Team-Wettbewerb wollen die DSV-Adler erneut gewinnen. Auch im Einzel rechnen sie sich Chancen aus. Susan Dobias / dpa/abh

Die deutschen Ski-Adler wollen die Skisprung-Party beim "Kult-Weltcup" in Willingen mit Podestplätzen krönen. Rund 40 000 Fans werden an diesem Wochenende an der Mühlenkopfschanze erwartet und die im Aufwind befindlichen Schanzen-Asse von Bundestrainer Werner Schuster beflügeln. "Nach Willingen fahre ich mit großer Vorfreude. Diese Wettkämpfe sind immer sehr cool", sagte Andreas Wellinger, der zuletzt mit zwei Podiumsplätzen aufhorchen ließ.

Selbst das bittere Saison-Aus von Weltmeister Severin Freund, der sich im Training einen Kreuzbandriss zuzog, soll kein Stimmungskiller sein. Weder im Team, noch auf den Rängen. "Die Jungs leiden mit ihm. Aber An dreas Wellinger und Richard Freitag haben zuletzt mit ihren Podiumsplätzen gezeigt, dass sie hungrig sind. Sie haben viel Selbstvertrauen getankt und werden auch ohne Severin wieder angreifen", erklärte Bundestrainer Schuster.

Beim Team-Wettbewerb am Samstag (16.05 Uhr) wollen die DSV-Adler wie in der Vorwoche in Zakopane erneut ganz oben auf dem Treppchen stehen. Ein Sieg würde weiteres Selbstvertrauen für die in knapp drei Wochen anstehenden Weltmeisterschaften im finnischen Lahti bringen. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn Willingen ist ein gutes Pflaster für das deutsche Quartett. Im Vorjahr gewannen die Schuster-Schützlinge den Mannschafts-Wettbewerb - damals allerdings mit Freund.

Auch wenn der Ausfall des Vorzeigespringers schmerzt, geht der Coach mit einem guten Gefühl in das Heimspringen. "Bei diesem stimmungsgeladenen Traditions-Weltcup wollen wir an die in Zakopane gezeigten Leistungen anknüpfen.

Insbesondere Wellinger und Freitag zeigten zuletzt eine deutlich aufsteigende Form und schicken sich an, die von Freund hinterlassene Lücke zu schließen. Auch Markus Eisenbichler sprang nach einer kleinen Schwächephase wieder konstant gut. Stephan Leyhe empfahl sich zuletzt mit dem Sieg in der Qualifikation. Zudem werden Karl Geiger und Andreas Wank zumindest im Einzelspringen am Sonntag (15.05 Uhr) zum Einsatz kommen.

Im Team dürfte Schuster eher dem Sieg-Quartett von Zakopane vertrauen, das auch erste Wahl für die WM sein könnte. Festgelegt hat sich der Bundestrainer aber noch nicht. "Aus diesen Sechs werden wir kurzfristig ein starkes Quartett für den Team-Wettkampf ermitteln und mit dieser Mannschaft werden wir die nächsten Weltcups vor der WM besetzen und um Podestplatzierungen kämpfen", sagte Schuster.

Die Bedingungen im Upland sind so gut wie lange nicht mehr. Den in den letzten Jahren chronischen Schneemangel gab es dieses Mal nicht. Tausende Helfer, darunter auch Leyhes Vater, haben an der Präparierung der Anlage gearbeitet, den Anlauf und die Ränge von den Schneemassen befreit. Seit Tagen ist die Mühlenkopfschanze bereit für das große Fest, die Unterkünfte alle ausgebucht. Fehlen nur noch Erfolge der DSV-Adler, um die Party abzurunden.