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| 16:25 Uhr

Sportabzeichentour startet in Cottbus
Drei Meter springen für den Orden

 Wer könnte besser helfen, als Frank Busemann (l.)? Der ehemalige olympische Zehnkämpfer gibt Tipps, wie man das Sportabzeichen bekommen kann.
Wer könnte besser helfen, als Frank Busemann (l.)? Der ehemalige olympische Zehnkämpfer gibt Tipps, wie man das Sportabzeichen bekommen kann. FOTO: Kreissportbund Bautzen / Meike Engels
Cottbus. Das Sportabzeichen ist die älteste Fitness-Auszeichnung Deutschlands. Am Donnerstag startet die große Bewegungstour in Cottbus. Von Josephine Japke

Anlauf nehmen, abspringen und fliegen – hin zur Medaille und damit zum ältesten Sportorden Deutschlands: das Sportabzeichen. An diesem Donnerstag startet die Tour in Cottbus mit Stadtwette, Rahmenprogramm und Fitness-Tests. Laut Profis ist das bronzene Abzeichen für beinahe Jedermann zu schaffen. Wer höher, schneller, weiter kann, dem winkt der goldene Orden. Eine höhere Auszeichnung im Sport gibt es nur im Wettkampf.

Wie der Landessportbund (LSB) bestätigt, wurden im letzten Jahr etwa 10 000 Sportabzeichen in Brandenburg abgelegt – viele davon in Cottbus, dessen Sportbund als am besten organisiert gilt, wie Christian Braune, Referatsleiter Sportentwicklung beim Landessportbund, feststellt: „Cottbus ist eine sehr sportliche Stadt und der Stadtsportbund ist einer der engagiertesten des Landes. Die Leute hier schneiden in jedem Jahr im Vergleich richtig gut ab.“

Wenn am Donnerstag die diesjährige Sportabzeichen-Tour in Cottbus beginnt, werden auch hier wieder Hunderte Teilnehmer ihren Fitnessgrad prüfen. „Das Sportabzeichen ist eine ganz besondere Möglichkeit der Motivation im Sport. Aktive oder Neulinge, die nur selten oder nie die Chance haben, bei Wettbewerben Medaillen zu erhalten, können hier eine ganz persönliche Auszeichnung gewinnen“, erklärt LSB-Pressesprecher Marcus Gansewig und auch für Christian Braune steht die persönliche Motivation im Vordergrund: „Jeder kann sich selbst testen und sehen, ob er sportlich gut drauf ist, oder mal wieder was machen müsste.“

Dass die sportlichen Fähigkeiten in der Bevölkerung allerdings sinken, können und müssen beide Funktionäre dennoch feststellen. Laut Gansewig seien die Anforderungen mit einem „Grundlevel an Sportlichkeit“ zwar zu schaffen. Dennoch sei ein Trend zu erkennen, dass die sportliche Leistungsfähigkeit sinkt und einige Werte des Abzeichens deshalb immer wieder nach unten korrigiert werden müssten. „Die Werte werden jährlich von den jeweiligen Spitzensportverbänden angepasst. Dabei werden Ergebnisse von verschiedenen Wettbewerben sowie verbandsinternen Meisterschaften zur Berechnung der Werte hinzugezogen“, erklärt Gansewig. Ab 2020 werden die Werte dann im Olympia-Zyklus alle vier Jahre angepasst.

„Wir bewegen uns pro Tag immer weniger. Das liegt bei Erwachsenen an ihrer beruflichen Tätigkeit und bei Jugendlichen auch an der Digitalisierung, denn einen Großteil des Tages beschäftigen sie sich am PC“, erklärt Christian Braune. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde jetzt auch der empfohlene Tagessatz an Bewegung von 60 Minuten am Tag auf 90 Minuten hochgestuft, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. In dieser Zeit, so Braune, könne man laufen, Radfahren, spazieren gehen oder Treppensteigen. Hauptsache weg vom Bürostuhl und dem Computer.

Doch auch wenn der Eindruck entsteht, dass die Bevölkerung immer unsportlicher wird, verzeichnet der LSB weiter steigende Zahlen beim Sportabzeichen, die Mitgliedszahlen beim LSB und auch beim Cottbuser Stadtsportbund steigen ebenfalls. „Die Leute haben schon Bock auf Sport und auf Vereine. In den alten Bundesländern sind die Mitgliedszahlen statistisch zwar höher. Dafür treiben hier mehr Leute aktiv Sport und sind nicht einfach nur angemeldet“, erklärt Chris­tian Braune. Allein der Stadtsportbund hat 23 000 Mitglieder – in einer 100 000 Einwohner Stadt ist das seiner Meinung nach beachtlich.

Doch was muss Mann oder Frau denn nun schaffen, um das Sportabzeichen in Bronze zu erlangen? Geprüft werden die vier Kategorien Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft und Koordination, in denen jeweils eine Disziplin geschafft werden muss. Ein paar Beispiele für 40-Jährige: 3000 Meter in 21 Minuten in der Kategorie Ausdauer. Für den Kräftenachweis muss die Kugel 6,25 Meter fliegen. Für die Koordination stehen 3,90 Meter im Weitsprung an. Außerdem muss jeder den Nachweis erbringen, dass er schwimmen kann. „Tatsächlich tun sich die meisten Teilnehmer mit der Kategorie Schnelligkeit schwer“, erklärt Marcus Gansewig. Dort muss der 50-Meter-Sprint in 9,6 Sekunden zurückgelegt werden.

Für Christian Braune ist das kein Problem: „Ich mache das Sportabzeichen seit drei Jahren in Gold und bin auch in diesem Jahr wieder dabei.“ Weil allerdings niemand perfekt ist, gibt er zu, dass auch er seine Schwierigkeiten hat – nämlich beim 3000 Meter Ausdauerlauf: „Das macht man so selten.“ Wer jetzt selbst das Sportabzeichen ablegen möchte, hat an diesem Donnerstag von 17 bis 20 Uhr und am Freitag von 8 bis 14.30 Uhr im Leichtathletikstadion Cottbus die Chance dazu.

 Sportabzeichen
Sportabzeichen FOTO: LR / Schubert
 Wer könnte besser helfen, als Frank Busemann (l.)? Der ehemalige olympische Zehnkämpfer gibt Tipps, wie man das Sportabzeichen bekommen kann.
Wer könnte besser helfen, als Frank Busemann (l.)? Der ehemalige olympische Zehnkämpfer gibt Tipps, wie man das Sportabzeichen bekommen kann. FOTO: Kreissportbund Bautzen / Meike Engels