ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:40 Uhr

"Drei Jahre in einem großen Verein sind genug"

Rastloser Pep Guardiola: Er wechselt im Sommer nach England. Zu welchem Club, hat er vor der Presse am Dienstag nicht verraten.
Rastloser Pep Guardiola: Er wechselt im Sommer nach England. Zu welchem Club, hat er vor der Presse am Dienstag nicht verraten. FOTO: dpa
München. Der rastlose Pep muss weiter. Drei Jahre München sind genug für einen Extremtrainer, der den Abnutzungseffekt stärker verspürt als andere. "Welcome to England" wird es im Sommer für ihn heißen. Klaus Bergmann

Bye bye Bayern - den rastlosen Startrainer Pep Guardiola treibt sein kühl kalkulierter Karriereplan in die reichste Liga der Welt. Im Kampf um den weltweit begehrten Spanier hatte selbst Deutschlands Fußballgigant FC Bayern keine Chance gegen die sportlichen und auch wirtschaftlichen Verlockungen in England. Das nächste Großprojekt treibt den Getriebenen nach drei Spielzeiten in München weiter. "Der einzige Grund, warum ich meinen Vertrag nicht verlängert habe, ist: Ich will in England in der Premier League trainieren", verkündete Guardiola am Dienstag.

Der in Kürze 45-Jährige wirkte bei seiner ersten Pressekonferenz nach dem vor Weihnachten bekanntgemachten Bayern-Abschied im Sommer gelöst, ja beinahe befreit. Der nach außen so verschlossene Katalane gewährte sogar Einblicke in sein Innenleben. Der Kosmopolit muss weiter, nach vier super, super, super erfolgreichen Jahren beim FC Barcelona und einem noch nicht super, super guten Dreijahresstopp in München benötigt der Rastlose neue Impulse in einem neuen Land, einer neuen Liga, bei einem neuen Arbeitgeber. Der Abnutzungseffekt wirkt bei einem Extremtrainer wie ihm enorm. "Drei Jahre in einem großen Verein sind genug, denke ich. Ich mag neue Restaurants, eine neue Stadt, neue Personen, neue Stadien. Ich bin kein Trainer, der 30 Jahre bei einem Club bleibt", zählte der Katalane einige Gründe auf.

Dass auf Barcelona und Bayern als dritter Topverein in seiner Trainerlaufbahn Manchester City folgt, konnte oder wollte Guardiola noch nicht bestätigen. "Ich habe verschiedene Angebote, aber mich noch nicht entschieden", sagte er. Auch Manchester United oder der FC Chelsea kämen als attraktive Alternativen infrage. Neben Ruhm und Geld treiben Guardiola auch sein Ehrgeiz und das Ego an, seinen Dominanz-Fußball auch in England durchzusetzen. "Ich weiß, es ist ein Risiko für mich", räumte er ein - aber: "That's why I like it!"

Auf der Zielgeraden in München sieht er für sich keine Risiken. Einen Autoritätsverlust befürchtet er nicht, weil er "keine Zweifel" hege, dass die Spieler weiterhin "das Beste für sich und den Verein" geben werden. Und auch er werde "bis zum letzten Tag das Beste" geben. Große Aufgaben, große Ziele warten. Und das allerletzte Spiel soll das Champions-League-Finale am 28. Mai in Mailand sein. Vor allem aber möchte Guardiola seinem Nachfolger Carlo Ancelotti "eine tolle Mannschaft" hinterlassen.

Mit dieser geht es an diesem Mittwoch ins Trainingslager nach Katar. Am Persischen Golf will Guardiola den Bayern-Profis dann vielleicht auch "in drei oder fünf Minuten" begründen, warum er seine Zukunft nicht über die Saison hinaus bei ihnen, sondern in England sieht.