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Draxler hat ein Problem – Neymar

In Paris wird Julian Draxler vom 222-Millionen-Superstar Neymar (rechtes Foto) verdrängt. Der Ex-Schalker kam indes bislang nur zu Kurzeinsätzen.
In Paris wird Julian Draxler vom 222-Millionen-Superstar Neymar (rechtes Foto) verdrängt. Der Ex-Schalker kam indes bislang nur zu Kurzeinsätzen. FOTO: dpa
Stuttgart. Alles lief bestens für Weltmeister Julian Draxler – bis Neymar kam. Der mit 222 Millionen Euro teuerste Spieler der Welt hat bei Paris Saint-Germain alles auf den Kopf gestellt, auch die bis zur Ankunft des Brasilianers so wunderbare Fußballwelt des deutschen Nationalspielers. Klaus Bergmann und Jens Mende

Draxler droht bei dem mit Scheich-Millionen aus Katar hochgezüchteten Hauptstadt-Club ins Abseits zu geraten, eine für ihn und für Bundestrainer Joachim Löw ärgerliche Perspektive.

"Ich werde mit ihm mal ausgiebig ein Gespräch führen. Das ist jetzt auch notwendig", kündigte Löw in Stuttgart an, wo er das Nationalteam gerade auf die ersten Länderspiele der WM-Spielzeit gegen Tschechien und Norwegen vorbereitet. Draxler spielt eine prominente Rolle in Löws Plänen für die angestrebte Titelverteidigung 2018 in Russland.

Am Donnerstag endet die Transferfrist, aber eines hat Löw schon zuvor erfahren. "Ich weiß, dass Paris Julian auf keinen Fall abgeben will. Sie sind schon überzeugt von seinen großartigen Qualitäten", glaubt Insider Löw. Draxler selbst soll eine Flucht aus Frankreich ablehnen. Bei zahlreichen europäischen Spitzenclubs wurde und wird freilich mehr oder weniger intensiv über den ehemaligen Schalker nachgedacht, dazu zähl(t)en auch Borussia Dortmund und der FC Bayern München.

In Paris spielt und zaubert nun Superstar Neymar auf Draxlers bevorzugter Position. Ein fairer Konkurrenzkampf ist undenkbar - Neymar ist unantastbar. Draxler kam nach seinem späteren Einstieg in die Vorbereitung wegen seiner Confed-Cup-Teilnahme bislang nur zu zwei Kurzeinsätzen. Zudem steht Paris kurz vor der Verpflichtung des französischen Stürmertalents Kylian Mbappé vom AS Monaco, was den Konkurrenzkampf in der PSG-Offensive zusätzlich verschärfen wird.

Draxler erfährt gerade, wie schnell sich bei internationalen Topclubs die Situation verändern kann, wie austauschbar Spieler geworden sind. "Paris hat mittlerweile sehr viele Ziele, auch international ganz vorne dabei zu sein", bemerkte Löw. Der Bundestrainer traut Draxler zu, sich in dem zusammengekauften Starensemble von PSG, das sich in der Cham pions-League-Gruppenphase auch mit dem FC Bayern messen wird, zu behaupten. "Julian kann nicht nur auf einer Position spielen. Er kann auch rechts spielen oder als hängende Spitze auf der Nummer 10. Er hat so viel Qualität und auch beim Confed Cup so einen großen Schritt nach vorne gemacht, dass er sich in Paris durchsetzen wird."

Löws Hoffnung liegt auch im eigenen Interesse. Draxler hat sich zu einem wichtigen Baustein im WM-Projekt entwickelt und sich im Team etabliert. In Paris hat sich seine Perspektive nun verändert - womöglich auch in der Nationalelf.