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| 01:46 Uhr

Dopingopfer bei WM: „Wollen keine Miesepeter sein“

Ines Geipel.Foto: privat
Ines Geipel.Foto: privat FOTO: privat
Berlin. Die DDR-Dopingopfer wollen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin als Bühne für Aufklärung und Protest nutzen. „Als Geschädigte fühlen wir uns dafür verantwortlich, den Sport nicht in alten Mustern weiterzuführen“, sagte die frühere DDR-Weltklassesprinterin Ines Geipel. dpa/tus

"Wir glauben, dass unsere Erfahrung nicht überlaufen werden sollte." Deshalb werden sie und ihre Mitstreiter vom Dopingopfer-Hilfe-Verein (DOHV) am 17. und 19. August vor dem Olympiastadion bei der Aktion "Stand up clean her oes" 20 000 Doping-Schutzbrillen und 25 000 Flyer verteilen. "Wir sind nicht die Miesepeter und verstehen uns nicht als rückwärtsgewandte Opfer", meinte Geipel. Vielmehr wollen sie mitwirken, ein Modell für einen dopingfreien Sport zu finden, "der vom Rekordirrsinn entkoppelt" ist. Doch abgesehen von Gesprächen, die sie unter anderem mit der Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) geführt haben, fehlen konkrete Angebote für eine Mitwirkung. "Wir sind über das Stadium des Goodwill hinaus", sagte Geipel. "Wir wollen integriert werden in den Anti-Doping-Kampf." Denn der Sportbetrug hat nach Ansicht von Ines Geipel neue Ausmaße angenommen. "Klar ist, dass es in der DDR ein Kinderstuben-Doping im Vergleich zu heute war", sagte die in Berlin lebende Schriftstellerin. "Ich glaube, die Fans wollen Freude am Sport haben. Einer, der permanent gegen seine Regeln verstößt, ist tot." Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) empfindet die angekündigten Aktionen der Dopingopfer nicht als Störung der WM. "Ich denke, es ist legitim, dass man auf die Auswüchse des Sports hinweist und darauf, dass Doping die Gesundheit ruiniert", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. Mit der Verteilung von 20 000 Doping-Brillen soll plakativ auf den im Verborgenen stattfindenden Missbrauch von verbotenen Mitteln aufmerksam gemacht werden. "Man sieht hindurch und sieht nichts. Wir wollen auf charmante Weise auf das Problem hinweisen", sagte Ines Geipel. dpa/tus