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| 01:30 Uhr

Doping-Schlupflöcher sorgen vor der WM für Unruhe

Berlin. Die aufgedeckten Schlupflöcher im weltweiten Doping-Kontrollsystem haben vor der Leichtathletik-WM in Berlin für helle Aufregung und großen Unmut gesorgt. „Der Anti-Doping-Kampf ist nicht erfolgreich“, urteilte Helmut Digel, Councilmitglied des Weltverbandes IAAF, am Mittwoch. dpa/jam

Selbst ihn hat überrascht, dass die IAAF bekannte, in diesem Jahr in Afrika und Russland keine Blutkontrollen vorgenommen zu haben. Außerdem hat die an der Spree versammelte Leichtathletik-Elite die ARD-Reportage "Geheimsache Doping" aufgeschreckt. Darin wird über perfektes Doping, Drogen-Handel oder illegale Tests im Auftrag von Athletenmanagern in offiziellen Doping-Analyselaboratorien berichtet.Keine Besserung seit 1993"Das sind Sachverhalte, die sich seit acht Jahren nicht verändert haben", sagte Digel. Spätestens seit dem Prozess gegen den wegen Minderjährigen-Dopings verurteilten einstigen Leichtathletik-Trainer Thomas Springstein im Jahre 2006 wisse man erheblich mehr. "Mit den Dokumenten aus dem Springstein-Prozess haben wir Einblicke bekommen, wie in der Leichtathletik manipuliert wird und welche Rolle die Manager spielen", so der Tübinger Sportsoziologe. "Seit der WM 1993 in Stuttgart hat sich bis heute nichts verändert", sagte er. Damals hatte es bereits die Doping-Fälle der deutschen Sprinterinnen Katrin Krabbe, Grit Breuer und Silke Möller gegeben.Keine verbotenen AnalysenDass in den beiden deutschen Doping-Labors in Köln und Kreischa, wo die mehr als 1000 Tests der Berliner WM analysiert werden, Mitarbeiter verbotene Auftragsanalysen für Manager machen, hält Wilhelm Schänzer für ausgeschlossen. "Da lege ich meine Hände für ins Feuer, das ist bei uns nicht möglich", erklärte der Leiter des Instituts für Biochemie in Köln.Dass die IAAF in Afrika, wo die besten Mittel- und Langstreckenläufer der Welt zu Hause sind, keine Bluttests bei Trainingskontrollen veranlasste, wird übrigens mit technischen Problemen begründet. dpa/jam