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Doping – Biathlon verspielt seinen Ruf

Hochfilzen. Russland, Doping und kein Ende – der Biathlonsport ist drauf und dran, seinen Ruf zu verspielen. Mit der vorläufigen Suspendierung von Jekaterina Glasyrina kurz vor dem Frauen-Sprint am Freitag hat der Skandal den nächsten negativen Höhepunkt erreicht. dpa/jam

Die 29-Jährige, die im ersten Frauen-Rennen eigentlich mit der Startnummer 10 laufen sollte, steht aufgrund von Informationen aus dem McLaren-Report unter Dopingverdacht. Sie sei suspendiert worden, weil ein Dopingfall "sehr wahrscheinlich ist", sagte Nicole Resch, die Generalsekretärin des Biathlon-Weltverbandes IBU, im ZDF.

"Es wäre jetzt schon wichtig, dass man das mal komplett aufklärt, dass Russland einsieht, dass sie Fehler gemacht haben und dass es ganz konsequent abgeschlossen wird", sagte Laura Dahlmeier nach dem Gewinn von Sprint-Silber.

"Es ist erschreckend, was momentan ans Licht kommt", sagte Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner in einem Interview auf Focus.de. "Grundsätzlich ist es für den Sport einfach nur schlimm. Wir kennen das aus dem Radsport, wo systematisch gedopt wurde, das hat den Sport kaputt gemacht. Russland macht damit auch diesen Sport ein Stück weit unsympathischer", sagte Neuner.

Die Suspendierung Glasyrinas gibt den Anti-Doping-Kämpfern im Feld der Biathleten wie Martin Fourcade neue Munition. Denn die Russen, die im Dopingskandal keinerlei Einsicht oder Taktgefühl zeigen, hatten mit der Nominierung der Dopingsünder Alexander Loginow und Irina Starych für eine Provokation gesorgt. Loginow gewann Bronze in der Mixed-Staffel, Starych lief im Sprint nach Strafrunde auf Rang 24. "Sie haben kein Schuldgefühl, zumindest nicht nach Absitzen der Strafe", so Bundestrainer Gerald Hönig.