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Die zweite Reihe will aus dem Windschatten

Robert Förstemann vom RSC Cottbus (vorn) feiert sein Comeback im deutschen Teamsprint-Trio, zu dem bei der EM auch Eric Engler zählt.
Robert Förstemann vom RSC Cottbus (vorn) feiert sein Comeback im deutschen Teamsprint-Trio, zu dem bei der EM auch Eric Engler zählt. FOTO: dpa
Paris/Cottbus. Die seit Mittwoch laufende Bahnrad-Europameisterschaft in Paris muss zwar ohne die meisten Rio-Starter auskommen. Sie ist daher eine Chance für die zweite Reihe beim Bund Deutscher Radfahrer. Zum Beispiel die Cottbuser Robert Förstemann und Eric Engler. Frank Noack / mit dpa/pm

Auf den Cottbuser Eric Engler vom Track Team Brandenburg wartet ein hartes Programm bei der Bahnrad-EM in Saint-Quentin-en-Yvelines in der Nähe der französischen Hauptstadt Paris. Der 25-Jährige soll nach dem Zeitfahren über 1000 Meter am Mittwochabend auch im Teamsprint an diesem Donnerstag sowie im Sprint an den Start gehen. Drei Start, drei Chancen sich zu beweisen. "Er ist jetzt gefordert, den Durchbruch zu schaffen", hatte Bundestrainer Detlef Uibel vor dem Start der kontinentalen Titelkämpfe mit Blick auf Engler gefordert. In den vergangenen Jahren gehörte der ehemalige Junioren-Vize-Weltmeister im Teamsprint nur sporadisch zum Nationalkader des Bundes Deutscher Radfahrer.

Auch für den 30 Jahre alten Routinier Robert Förstemann lief das Olympia-Jahr nicht zufriedenstellend. Denn der Ex-Weltmeister verpasste klar das Rio-Ticket und auch die WM-Teilnahme. Bei der EM plant Uibel mit Förstemann als Anfahrer des Teamsprint-Trios.

Dazu kommen Tobias Wächter (Schwerin) sowie die Youngster Marc Jurczyk und Jan May aus Erfurt. "Es ist ein Übergangsjahr, da gilt es, sich anzubieten. May und Jurczyk hatten über 200 Meter schon gute Resultate und sind jetzt gefordert, dass international in Ergebnisse umzusetzen", sagte Uibel.

Für den Olympia-Teilnehmer Maximilian Levy aus Cottbus kommt der Saisoneinstieg noch zu früh. Er wurde im September an der Schulter operiert und fängt mit dem Aufbautraining an. Auch der Cottbuser Erik Balzer muss sich nach einer Rücken-Operation noch gedulden. Maximilian Dörnbach (Erfurt/Herzmuskelentzündung) und Stefan Bötticher (Chemnitz/muskuläre Probleme) sind auch nicht dabei.

Die EM ist die Chance für die zweite Reihe. Fast alle Olympia-Starter werden erst später in die Saison einsteigen, deren Höhepunkt Mitte April die Weltmeisterschaft in Hongkong ist. Auch die Cottbuserin Emma Hinze fehlt in den Startlisten der Kurzzeit-Wettbewerbe bei der EM. Die 19-Jährige erhält nach ihrer ersten Saison in der Elite mit WM- und Olympia-Teilnahme eine Pause. "Sie wird langfristig aufgebaut in Richtung WM", erklärte Uibel.

Die deutschen Hoffnungen bei der EM trägt Pauline Grabosch aus Erfurt. Genau wie Hinze ist Grabosch viermalige Junioren-Weltmeisterin und damit mittelfristig eine Anwärterin auf die Nachfolge von Sprint-Olympiasiegerin Kristina Vogel (Erfurt), die gerade durch Japan tourt.

Bei der EM außerdem im Einsatz sind aus der Lausitz die Ausdauerfahrer Sebastian Wotschke und Jasper Frahm (beide LKT Team Brandenburg). Dagegen musste Lisa Küllmer vom RSC Cottbus ihre Teilnahme aufgrund einer Erkrankung ab sagen.

Lesen Sie am Freitag in der RUNDSCHAU: Der Cottbuser Maximilian Levy ist zwar bei der EM nicht am Start, spielt aber trotzdem eine wichtige Rolle.