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Turnen
Die Suche nach dem nächsten Boy

Die Cottbuser Turntalente durften beim Weltcup in der Lausitz-Arena vor großer Kulisse auftreten – und hatten sichtlich ihren Spaß dabei.
Die Cottbuser Turntalente durften beim Weltcup in der Lausitz-Arena vor großer Kulisse auftreten – und hatten sichtlich ihren Spaß dabei. FOTO: Frank Hammerschmidt / Hammerschmidt Frank
Cottbus. Der SC Cottbus steckt viel Hoffnung in den Nachwuchs – auch am Samstag beim Liga-Finale. Von Jan Lehmann

Als Titelverteidiger fährt das Nachwuchsteam des SC Cottbus am Samstag zum Finale der Deutschen Turnliga (DTL) in Ludwigsburg. Im Vorjahr hatten die Lausitzer die Premierensaison der neu geschaffenen Liga gewonnen, als Tabellenführer der abgelaufenen Saison sind sie auch dieses Mal Favorit.

Doch Karsten Oelsch, Sportlicher Leiter beim SC Cottbus dämpft die Erwartungen. Weil der 16-jährige Tom Schultze in dieser Saison schon zu oft bei den Cottbuser Männern in der DTL ausgeholfen hat, darf er beim Nachwuchsfinale nicht starten. Oelsch findet: „Diese Regelung ist in Ordnung, man darf die Jungs nicht so sehr verheizen. Allerdings fehlt uns so ein wichtiger Turner.“

Einer der ersten drei Plätze ist das Ziel der Cottbuser, die ihre komplette Vereinsphilosophie auf die Nachwuchsarbeit ausgerichtet haben. Dabei ist man beim SCC immer ein bisschen auf der Suche nach einem Nachfolger für den ehemaligen
Vize-Weltmeister und Europameister Philipp Boy. Vereinspräsident Arved Hartlich erklärte am Rande des 42. Turnier der Meister: „Die Hoffnung besteht immer. Wir wissen natürlich selbst, dass Ausnahmesportler wie Philipp Boy nicht jeden Tag vom Himmel fallen. Gerade im Turnsport gehört ja eine ganz lange Aufbauphase über viele Jahre dazu – da braucht man einfach als Verein auch ein bisschen Glück, dass da mal einer ganz vorne dabei ist.“

Der ehemalige Cottbuser Spitzenturner Philipp Boy (l.) war beim 42. Turnier der Meister als Zuschauer zu Gast.
Der ehemalige Cottbuser Spitzenturner Philipp Boy (l.) war beim 42. Turnier der Meister als Zuschauer zu Gast. FOTO: Frank Hammerschmidt / Hammerschmidt Frank

Doch in Cottbus wird viel getan. Beispielsweise durften die jungen Talente auch im Rahmen des Turn-Weltcups vor großer Kulisse ihr Können zeigen. Lukas Gallay, Kapitän der Cottbuser Herren-Riege, erinnerte sich: „Ich durfte das als Steppke auch machen. Da hatte ich ganz schön Lampenfieber, aber es war auch eine Auszeichnung.“

So soll das auch sein. Präsident Hartlich sagte: „Diese Auftritte beim Turnier der Meister sind enorm wichtig. Es spornt die Kinder noch einmal zusätzlich an, vor so einem großen Publikum auftreten zu dürfen. Da ist sicher ganz schön viel Lampenfieber dabei, aber diese Auftritte tragen vielleicht auch dazu bei, genau diese Aufregung später auch einmal abstellen zu können.“

So wie es Philipp Boy in seiner Blütezeit beim SCC gelungen war. Der 30-Jährige war beim Turnier der Meister als Zuschauer zu Gast und wird im Frühjahr bei „Vox“ in der dritten Staffel der Sendung „Ewige Helden“ zu sehen sein. Viele Cottbuser Turntalente werden da bestimmt ganz genau hinschauen.