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Die "schwierigste und brutalste Strecke" wartet

Kitzbühel. An diesem Samstag steht in Kitzbühel die schwerste Abfahrt der Welt im Kalender, in gut zwei Wochen beginnen die alpinen Weltmeisterschaften – und der Respekt vor den deutschen Speedfahrern wächst und wächst. dpa/jam

Vor der schwersten Abfahrt der Welt auf der Streif in Kitzbühel ist der Respekt vor den deutschen Skirennfahrern groß wie lange nicht mehr. Josef Ferstl zeigte mit Rang acht im Weltcup-Super-G am Freitag und nur einer halben Sekunde Rückstand auf die Podestplätze zum Auftakt in das lange Hahnenkamm-Wochenende, warum. "Es freut mich extrem, dass wir die Trainingsleistungen mittlerweile ganz gut umsetzen können", sagte Ferstl einen Tag vor dem Höhepunkt in Österreich (11.30 Uhr/ZDF). "Ich habe mir gedacht: Ja geil! Eine einstellige Zahl ist immer gut. Schon cool."

Auf Sieger Matthias Mayer fehlten ihm 0,90 Sekunden. Der Abfahrts-Olympiasieger aus Österreich war 0,09 Sekunden schneller als Christof Innerhofer aus Südtirol und erfüllte sich mit seinem ersten Sieg in Kitzbühel einen "Kindheitstraum". Der Schweizer Beat Feuz rangierte beim letzten Weltcup-Super-G vor der WM als Dritter 0,44 Sekunden hinter Mayer und 0,56 vor Ferstl - ein Rückstand, den Ferstl in Zukunft aufholen kann.

Das glaubt zumindest Kjetil Jansrud, der bislang dominierende Super-G-Fahrer im WM-Winter. Nach dem Ende seiner Siegesserie - Jansrud hatte die ersten drei Super-G der Saison gewonnen - und Rang neun auf der Streif sagte der Norweger über die immer besser werdenden deutschen Speedfahrer: "Von den vier Leuten am Start sind zwei, vielleicht sogar drei potenzielle Rivalen um Siege in der Zukunft."

Josef Ferstls Vater Sepp gewann 1978 und 1979 übrigens als bislang einziger Deutscher die legendärste Schussfahrt der Welt. Der Filius weiß: "Es ist die schwierigste und brutalste Strecke." Der Norweger Aksel Lund Svindal hatte sich im vergangenen Jahr bei einem Sturz auf der Streif einen Kreuzband- und Meniskusriss samt Knorpelschaden zugezogen. Auch die Österreicher Hannes Reichelt und Georg Streitberger stürzten damals.

Damit sich ein solches Sturzfestival mit schweren Verletzungen nicht wiederholt, haben die Veranstalter reagiert: mit Flutlicht für bessere Sicht auch bei Wolken, einer anderen Linie für weniger Geschwindigkeit vor dem Sprung und gesperrten Passagen während der Besichtigung, um die Ideallinie zu schützen.

Auch in diesem Jahr werden wieder mehr als 30 000 Zuschauer erwartet. Im Slalom am Sonntag (10.30/13.30 Uhr ZDF) will dann der zweimalige Kitzbühel-Sieger Felix Neureuther zwei Wochen vor der WM in St. Moritz wieder um einen Podestplatz kämpfen.