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Radsport
Die Politik der kleinen Schritte

Mehr Miteinander: Bernd Kühner (RSC/l.) und Bernd Mildner (RK Endspurt) bei der jüngsten Auszeichnungsveranstaltung.
Mehr Miteinander: Bernd Kühner (RSC/l.) und Bernd Mildner (RK Endspurt) bei der jüngsten Auszeichnungsveranstaltung. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Cottbuser Radsportvereine üben sich im Miteinander, schließen aber eine Fusion auf absehbare Zeit aus. Von Georg Zielonkowski

Ein Achtungszeichen haben die beiden Cottbuser Radportclubs der Stadt RSC und RK End­spurt vor wenigen Tagen gesetzt. Auf einer gemeinsamen Veranstaltung wurden die erfolgreichen EM-Starter Franz Schiewer und Max Levy geehrt. Für RSC-Präsident Bernd Kühner kein besonders erwähnenswerter Fakt. Hinter den Kulissen, abseits der öffentlichen Wahrnehmung, gebe es längst Kontakte. „Ein zerrüttetes Verhältnis zwischen uns und dem RK, wie schon öffentlich angezeigt, gibt es keineswegs. Nachgewiesen wurde das unter anderem durch das Mitwirken des Nachbarclubs bei unserem Bundesradsporttreffen 2013“, schiebt Kühner nach.

Sein Pendant beim RK Endspurt hört nicht nur auf den gleichen Vornamen. Auch in der Einstellung zur Sache folgt Bernd Mildner seinem Vorredner. Der hat sich gefreut, dass eine Vertretung des RSC der Einladung zum RK-Geburtstag gefolgt ist. „Es sieht nach draußen viel dramatischer aus, als es in Wirklichkeit ist. Ich finde es sogar gut, dass Männer mit den gleichen Zielen ab und an die Köpfe zusammenstecken, durchaus auch mal verschiedene Meinungen haben, aber alle ein gemeinsames Ziel kennen, sich sportlich fair und anständig im und außerhalb der Wettkämpfe zu begegnen“. Wenngleich Sport ja bekanntermaßen verbindet, kann sich Bernd Mildner allerdings derzeit keine weiterreichenden Schritte vorstellen. Auch Bernd Kühner vom RSC sagt klar und deutlich: „Eine Fusion beider Vereine ist überhaupt kein Thema“.

Diesen aktuellen, eben auch öffentlichen Schritt beider Vereinsführungen hat auch der Vorsitzende des Cottbuser Stadtsportbundes Olaf Wernicke am Rande der Ehrungsveranstaltung mit Genugtuung erlebt: „Neben dem Turnen ist Radsport die letzte Kernsportart unseres Olympiastützpunktes. Da darf es keine Feindseligkeiten oder Schlimmeres geben. Ich finde es gut, dass man den heutigen Termin genutzt hat.“ Und er ergänzt: „Unter meiner Mitwirkung gab es ja in der Vergangenheit bereits Treffen beider Vereinsvertreter gemeinsam mit dem OSP und dem Radsportverband, so ganz fremd ist man sich nun wirklich nicht mehr. Und wenn man sich dazu auch noch im zwischenmenschlichen Bereich nähert, ist der eingeschlagene Weg der absolut richtige!“

Um die beiden Goldjungs im Auftrag von Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) zu ehren, war auch die Dezernentin und Leiterin des Geschäftsbereiches Jugend, Kultur und Soziales, Maren Dieckmann, zur kleinen Feierrunde erschienen. Ohnehin hat sie durch ihre radsportbegeisterte Tochter Christin schon Kontakte zu diesem Metier des Cottbuser Sports. Um dabei schon vor Jahren festgestellt zu haben, dass man kaum von einer innigen Liebe reden durfte, die beide Vereine verbindet. Umso glücklicher war sie am Tag des gemeinsamen Feierns: „Gerade in der Kinder- und Jugendförderung darf es keinerlei Nebengeräusche geben, es geht doch nur miteinander. Auch die kleinen Schritte sind genau der richtige Weg.“