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Die Petersens und ihr Familien-Spiel

Nils Petersen (r.) und sein Vater An dreas können ihr Glück kaum fassen. Die Chance auf das Familienduell stand bei 1 zu 32.
Nils Petersen (r.) und sein Vater An dreas können ihr Glück kaum fassen. Die Chance auf das Familienduell stand bei 1 zu 32. FOTO: instagram.com/ nils_petersen18
Freiburg/Halberstadt. Vater gegen Sohn – für den ehemaligen Energie-Torjäger Nils Petersen wird die 1. Runde des DFB-Pokals besonders. Er tritt mit dem SC Freiburg bei seinem Heimatclub an – der von seinem Vater trainiert wird. dpa/jal

So richtig begreifen konnte der ehemalige Energie-Torjäger Nils Petersen dieses Los nicht. Es sei "verrückt!" und "Wahnsinn", schrieb der Stürmer des SC Freiburg auf Instagram. Daneben postete er ein Bild von sich und seinem Vater Andreas, der Mitte August nun sein Gegner sein wird. Denn die Freiburger reisen in der ersten Runde des DFB-Pokals mit Petersen-Junior zum von Petersen-Senior trainierten Regionalliga-Aufsteiger Germania Halberstadt. "Es gibt Sachen, die gibt es gar nicht!", meinte der jüngere Petersen.

Nils Petersen hatte die Auslosung am Sonntagabend auch noch gemeinsam mit seinem Vater in seiner Heimat in Sachsen-Anhalt verfolgt. In der C- und B-Jugend hatte er selbst für Halberstadt gespielt. Für die Auslosung war er nun ins Friedensstadion von Germania zurückgekehrt und hockte mit seinem Vater und etlichen Fans vor dem Bildschirm, als das außergewöhnliche Los vom früheren Nationalspieler Sebastian Kehl gezogen wurde.

Ihr Glück konnten die beiden Petersens danach kaum fassen. "Mein Vater und ich lagen uns in den Armen", sagte der Junior. "Ein Traum geht in Erfüllung."

Auch für seinen Vater, der wegen einer Verletzung früh mit dem Fußballspielen hatte aufhören müssen. Stattdessen sei Nils den Weg gegangen, den er gerne beschritten hätte, sagte er einmal. Umso erfolgreicher arbeitet er dafür als Trainer. In der Relegation schaffte Halberstadt jüngst den direkten Wiederaufstieg. Zudem war dem Club aus dem Nordharz noch nie zuvor die Qualifikation für den DFB-Pokal gelungen. Diesmal reichte die Endspielteilnahme im Landespokal gegen den 1. FC Magdeburg (0:1), da dieser als Tabellenvierter der 3. Liga automatisch für den DFB-Pokal gesetzt war.

Für die Breisgauer und Nils Petersen soll der Viertligist trotz der ganz besonderen Familien-Konstellation aber nur eine Durchgangsstation sein. "Bei aller Sympathie für Halberstadt sollten wir dort dann doch gewinnen", sagte SC-Präsident Fritz Keller der "Badischen Zeitung". Denn im Vorjahr war bereits in der zweiten Runde gegen den Zweitligisten SV Sandhausen Schluss. Damals versagten dem Sport-Club im Elfmeterschießen die Nerven.

Auch Petersen will sich ab sofort nur noch auf das Spiel bei Halberstadt konzentrieren - und seinem Vater möglichst aus dem Weg gehen. "Ab jetzt ist natürlich der Fokus auf dem Spiel und es gibt keinen Kontakt mehr", flachste der 28-Jährige. Das lässt sich allerdings wohl nur schwer bewerkstelligen, weil Petersen noch einen Teil seines Urlaubs in seiner Heimat verbringt.