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| 18:21 Uhr

Para-Sport
Die Paralympics 2020 fest im Blick

FOTO: LR / Stephan Meyer
Cottbus. Medaillenregen für Brandenburger Para-Sportler – Der Landes-Behindertensportverband ehrte am Montagabend seine Leistungsträger. Von Stephan Meyer

27 Medaillen haben dieses Jahr brandenburgische Para-Sportler mit nach Hause gebracht. So viele wie noch nie. Ein Grund zum Feiern. Das sah auch der Behindertensportverband Brandenburg (BSB) so und lud am Montag zahlreiche Leistungssportler zu einer feierlichen Ehrung nach Cottbus ein. 15 von ihnen, alles internationale Medaillengewinner, wurden ausgezeichnet. Die Mehrzahl von ihnen sind Mitglieder des BPRSV Cottbus, dem Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportverein.

Der Medaillenspiegel ist ein Indiz dafür, wie gut Cottbus im Para-Sport inzwischen aufgestellt ist. Das bestätigten auch die Festredner. „Es spricht sich rum“, so Wolfgang Neubert (Präsident Landessportbund Brandenburg). „Viele kommen hier her, weil die Rahmenbedingungen besser sind.“ Seit zwei Jahren ist das Paralympische Zentrum Brandenburg in Cottbus zu Hause. Inzwischen konnten viele Trainer und Physiotherapeuten für den Standort gewonnen werden.

Auf dem bisherigen Erfolg der Brandenburger Athleten will sich der BSB nicht ausruhen. Nichts sei so gut, dass es nicht noch besser werden könnte, so Karl-Hans Pezold (Referatsleiter im Brandenburgischen Sportministerium) und Martina Münch (BSB-Vizepräsidentin). „Es muss weitergehen. Wir brauchen noch bessere Unterstützung für olympischen und paralympischen Sport in Brandenburg“, erklärte Pezold.

Im Hinblick auf die Zukunft des brandenburgischen Behindertensports wurde ein Wettkampf an dem Abend häufig genannt: die Paralympics 2020 in Tokio. Die meisten der ausgezeichneten Athleten machten kein Hehl daraus, von einer erfolgreichen Teilnahme zu träumen. Darunter nahezu alle anwesenden Sportler des BPRSV, die ausgezeichnet wurden. Para-Radsportlerin Jana Majunke war an dem Abend leider verhindert. Die übrigen neun geehrten BPRSV-Sportler stellt die RUNDSCHAU Ihnen an dieser Stelle kurz vor.

Denise Schindler (32) Die Bayerin wurde 2018 Weltmeisterin im Bahnrennen (Verfolgung über drei Kilometer). Dazu kommen noch vier Silbermedaillen. „Insgesamt ist das mein erfolgreichstes Sportjahr“, sagt Denise Schindler. Zu ihren größten Erfolgen zählt sie auch ihre drei paralympischen Medaillen. Ihr nächstes großes Ziel sind die Paralympics 2020. Ihr größter Misserfolg war eine Disqualifikation während der Paralympics 2016.

FOTO: LR / Stephan Meyer

Pierre Senska (30) In diesem Jahr ist Pierre Senska zum vierten Mal in Folge Weltmeister im Straßenrennen geworden. Insgesamt ist es sein sechster WM-Titel. Wie so viele strebt auch er eine erfolgreiche Teilnahme bei den paralympischen Spielen in Tokio an. Bei den Paralympics 2008 schnitt der Berliner weniger erfolgreich ab (zwei Mal Fünfter). Senskas Ziel für 2020: „Im Zeitfahren muss ich mich noch deutlich verbessern.“

FOTO: LR / Stephan Meyer

Charleen Kosche (17) Die 17-Jährige mischt seit vier Jahren in der Paraleichtathletikszene mit. Bei der diesjährigen EM gewann sie Bronze im Kugelstoßen. Ihr größter Erfolg seien bisher ihre Junioren-Weltmeistertitel im Diskus und mit der Kugel (2017). Misserfolge habe es bisher keine gegeben. „Mein großes Ziel ist es, die Normen für die WM 2019 zu erreichen und erfolgreich an den Paralympics 2020 teilzunehmen“, so die Luckauerin.

FOTO: LR / Stephan Meyer

Francés Herrmann (29) Francés Herrmann wurde 2018 Vizeeuropameisterin im Speerwerfen. Einer ihrer größten Erfolge ist ihre Bronzemedaille (Speer) bei den Paralympics 2016. Die Lübbenauerin erinnert sich gerne an Peking 2008 zurück. Als sie damals Silber im Diskus gewann, war sie noch Schülerin. Von Misserfolgen kann sie nicht berichten: „Es ist aber ärgerlich, wenn man nach hinten rutscht und am Ende nicht mehr kontern kann.“

FOTO: LR / Stephan Meyer

Martina Willing (59) Silberelster Martina Willing gewann 2018 ihre 80. internationale Medaille (drei Mal Silber – Kugel, Speer, Diskus, Leichtathletik-EM). Misserfolge kenne sie nicht: „Wenn ich alles in meiner Macht stehende getan habe und jemand anderes war besser, dann ärgere ich mich nicht.“ Bisher hat die Brandenburgerin bei jedem internationalen Start mindestens eine Medaille geholt. „Und das soll bis Tokio auch so bleiben.“

FOTO: LR / Stephan Meyer

Mathias Schulze (35) „Schwer zu sagen, was mein größter sportlicher Erfolg ist. Ich bin amtierender Vizeweltmeister (2017) und amtierender Europameister (2018)“, so Kugelstoßer Mathias Schulze. Sein größter Misserfolg war 2012 in London: „Ich hatte mich erstmals für die Paralympics qualifiziert und landete auf dem 5. Platz.“ Seine Pläne für die Zukunft? Ganz klar, der 1. Platz im Kugelstoßen 2020 in Tokio, sagt der Schmogrower.

FOTO: LR / Stephan Meyer

Nico Gläsing (21) Nico Gläsing aus Neuzelle hat 2018 gleich zwei Juniorenweltmeistertitel im Sprint abgeräumt – über 100 und 200 Meter. Das sind auch seine größten sportlichen Erfolge bisher. An seine erste Juniorenweltmeisterschaft erinnert er sich nicht gerne zurück. „Damals bin ich gestürzt. Das war sehr ärgerlich.“ Für die Zukunft hat er die nächste Leichtathletik-EM sowie die Paralympics 2020 in Tokio fest im Blick.

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Tobias Hell (18) Der Hoyerswerdaer Tobias Hell spielt für die Red Rollers Cottbus, die zum BPRSV gehören. Mit der Juniorennationalmannschaft (U22) ist er dieses Jahr Vizeeuropameister geworden – für ihn Erfolg und Misserfolg in einem. „Die Vizeeuropameisterschaft ist ein guter Erfolg. Wir haben aber im Finale gegen die Türkei verloren, gegen die wir in der Gruppenphase schon ein Mal gewonnen haben. Das war ärgerlich.“

FOTO: LR / Stephan Meyer

Verena Schott (29) – Für Verena Schott gab es bei der diesjährigen EM drei Mal Bonze (100 Meter Brust, 200 Meter Lagen, Staffel). Ihre Silbermedaille (200 Meter Lagen) bei den Paralympics in London ist für sie ihr größter Erfolg. Die Paralympics in Rio liefen für sie nicht sehr gut. „Ich wurde zwei Mal Vierter innerhalb von 24 Stunden. Das war eine bittere Enttäuschung.“ Aktuell hat die Berlinerin die WM 2019 und die Paralympics 2020 im Blick.

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