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Die Lokalmatadore trumpfen auf

Stefan Schäfer freute sich über den Sieg im zweiten Steherrennen.
Stefan Schäfer freute sich über den Sieg im zweiten Steherrennen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Roger Kluge geht mit Theo Reinhardt als Führender der Cycling Days in den zweiten Tag. Steher-Europameister Stefan Schäfer zeigt zwei packende Rennen. Sven Hering

Roger Kluge und Theo Reinhardt haben den Auftakt der Internationalen Cycling Days am Freitagabend auf der Cottbuser Radrennbahn gewonnen. Sie sammelten in den verschiedenen Disziplinen die meisten Punkte und gehen damit mit guten Chancen auf den Gesamtsieg in den zweiten Renntag am Samstag.

Im Verlauf der Woche hatten die Veranstalter eine schmerzhafte Hiobsbotschaft erhalten. Mit dem Franzosen Morgan Kneisky musste einer der Topstars dieser Veranstaltung verletzungsbedingt absagen. Der dreifache Weltmeister im Zweiermannschaftsfahren hat sich bei einem Sturz den Mittelhandknochen gebrochen. Sein Landsmann Benjamin Thomas - amtierender Weltmeister im Omnium - fehlte ebenfalls, weil er für die französische Nationalmannschaft bei der Straßen-Europameisterschaft in Dänemark im Einsatz ist.

Der erste Wettbewerb des Abends war eine Schweizer Angelegenheit. Tristan Marguet und Claudio Imhof gewannen die Kleine Eröffnungsjagd über 50 Runden. Eine bemerkenswerte Leistung, hatte doch das Team eine 800 Kilometer lange Anreise in den Beinen. Trotzdem waren die Schweizer mit Ambitionen in die Lausitz gekommen. "Wir hoffen, am Samstag in der Gesamtwertung aufs Podest zu kommen, aber es ist ein schweres Teilnehmerfeld", sagte Tristan Marguet.

Fast schon ein Fotofinish lieferten sich im ersten Lauf des Stehercups Franz Schiewer mit Schrittmacher Gerhard Gessler sowie Stefan Schäfer mit Peter Bäuerlein. Schiewer hatte nach den 60 Runden das Rad vorn. "Ich habe nicht wirklich damit gerechnet", sagte er. Wegen seiner Bachelor-Arbeit habe er weniger Zeit ins Training investieren können. Im zweiten Steherrennen des Abends über 90 Runden lieferte dann der Cottbuser Europameister Stefan Schäfer eine grandiose Aufholjagd und gewann unter dem Beifall der Zuschauer. Schäfer erklärte seine Taktik: "Ich bin nicht der Schnellstarter, sondern muss erst den Motor warm fahren." Und sein Schrittmacher Peter Bäuerlein gab schon die Order für die Europameisterschaft aus: "Wir wollen natürlich unseren Titel verteidigen."

Im Zweiermannschafts-Ausscheidungsfahren gab es einen Sieg von Roger Kluge und Theo Reinhardt. "Der Start war etwas schwer, aber dann sind wir gut ins Rennen gekommen", sagte Kluge und gab sich sogleich kämpferisch: "Wir wollen hier um den Gesamtsieg fahren", erklärte er.

Im abschließenden Madiosn, einem Mannschaftsfahren über 120 Runden, setzten sich die Dänen Marc Hester und Jesper Mörköv durch. Nach dem Erfolg gab es von Hester ein Lob für die Organisatoren. "Das ist ein sehr schönes Stadion für Radrennen und eine super Veranstaltung."

Am Samstag geht es ab 10 Uhr beim zweiten Tag der Cycling Days auf der Cottbuser Radrennbahn rund. "Ich verspreche Bahradsport pur", so Endspurt-Vorsitzender Bernd Mildner. Und Eberhard Pöschke wird das Geschehen mit der ihm eigenen Gelassenheit verfolgen. "Aufgeregt", so verriet er, "war ich vor 50 Jahren, als ich mein erstes Rennen organisiert habe."