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DFB-Elf fährt als Topfavorit zur EM

Trotz des Fauxpas von Torhüterin Almuth Schult (l.), die gegen Brasilien den Ausgleich verschuldete, ist der neunte EM-Titel fest eingeplant.
Trotz des Fauxpas von Torhüterin Almuth Schult (l.), die gegen Brasilien den Ausgleich verschuldete, ist der neunte EM-Titel fest eingeplant. FOTO: dpa
Sandhausen. Deutschlands Fußball-Frauen haben mit dem 3:1-Sieg gegen Brasilien eine gelungene Generalprobe gefeiert. Allerdings gab es dabei kleine Schönheitsfehler. Ulli Brünger und Michael Brehme

Nach der vielversprechenden EM-Generalprobe mit kleinen Schönheitsfehlern hat Steffi Jones eine unliebsame Diskussion um Stammtorhüterin Almuth Schult im Keim erstickt. Trotz ihres haarsträubenden Flüchtigkeitsfehlers muss die 26 Jahre alte Keeperin vom Meister VfL Wolfsburg bei der Fußball-Europameisterschaft in den Niederlanden vom 16. Juli bis 6. August nicht um ihren Status fürchten. "Die Nummer eins von Almuth wackelt nicht", stellte die Bundestrainerin nach dem insgesamt überzeugenden 3:1 (1:0) gegen die brasilianische Auswahl am Dienstag in Sandhausen rasch klar. "Sie weiß am besten, dass sie einen Fehler gemacht hat. So etwas wird Almuth bei der EM nicht passieren", ergänzte die 44-jährige Jones.

Eine öffentliche Debatte um ihre Nummer eins, 13 Tage vor dem kniffligen EM-Auftakt am 17. Juli (20.45 Uhr/ARD) in Breda gegen Schweden, könnte Jones wirklich nicht gebrauchen. So war das Thema mit dem demonstrativen Vertrauensbeweis für Schult schnell vom Tisch. "Aus Fehlern lernt man, Almuth wird daran wachsen. Sie hat weiterhin unser Vertrauen."

Beim Stand von 1:0 zögerte die 1,80 Meter große Torhüterin nach einem Rückpass zu lange und ließ sich den Ball von der heranstürmenden Ludmila im Fünf-Meter-Raum stibitzen. Schult gestand ihre "Dummheit", mit der sie das 1:1 (49.) verschuldete, freimütig ein: "Es muss mir klar sein, dass die Brasilianerin so schnell ist. Einfach früher wegschlagen, dann ist das Ding gegessen. Ich hab es unterschätzt."

Von den Mitspielerinnen kam keinerlei Vorwurf an die Keeperin, die in ihrem 42. Länderspiel allerdings nicht zum ersten Mal eine kritische Situation heraufbeschwor und die Klasse ihrer Vorgängerinnen Nadine Angerer und Silke Rottenberg bisher nicht erreichte.

Auch die Torausbeute der DFB-Elf ist trotz der drei Treffer gegen Brasilien stark ausbaufähig. Am Favoritenstatus des Olympiasiegers bei der EM ändert dies aber nichts.