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| 02:43 Uhr

Deutsches WM-Duell ist voll entfacht

Nico Rosberg ist nach dem grandiosen Formel-1-Auftakt der neue Titelfavorit.
Nico Rosberg ist nach dem grandiosen Formel-1-Auftakt der neue Titelfavorit. FOTO: dpa
Melbourne. So kann es weitergehen für Nico Rosberg. Er ist in der Formel 1 nun vorerst der Gejagte. Schon jetzt kann er sich aber auf heftige Attacken von Landsmann Sebastian Vettel gefasst machen. Das deutsche WM-Duell ist voll entfacht. Jens Marx / dpa/jal

Im Kurzurlaub mit seiner Verlobten auf Bali kann sich Nico Rosberg nach seinem famosen Auftaktsieg in Australien fast sicher sein: Der Silberpfeil-Pilot wird 2014 rein statistisch Weltmeister. Im nationalen Duell mit dem schnurstracks zu Freundin und Baby Emily in die Schweiz abgedüsten Titelverteidiger Sebastian Vettel hat Rosberg die Fahrzeugnase erstmal um Längen vorn. "Rosberg und Mercedes, totale Vorherrschaft. Die F1-Revolution hat ihre Führer", schrieb am Montag Italiens Zeitung "La Repubblica".

Die Sache mit der Statistik hat nur einen Haken. Dass bislang ein deutscher Auftaktsieger am Ende der jeweiligen Saison auch immer Weltmeister wurde, ist allein keine Garantie für den zweiten WM-Triumph der Familie Rosberg 32 Jahre nach Papa Kekes Titel 1982. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff warnt: "Red Bull hat massiv aufgeholt."

Die Konkurrenz sieht es nur als Momentaufnahme, dass das Vettel-Team durch Motorenprobleme am Wagen des Hessen und der Disqualifikation des zweitplatzierten Daniel Ricciardo leer ausging. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko sprach bereits von einem "Quantensprung" in der Entwicklungsarbeit und orakelte: "Wir wissen, was noch im Auto und im Motor steckt."

Wer allerdings "Ros the Boss" (Australiens "Herald Sun") nach seiner beeindruckenden Siegfahrt im Albert Park erlebte, spürte, dass auch er weiß, was der neue Silberpfeil noch zu leisten imstande ist. "Mein Auto ist halt so schnell, da konnte keiner mehr rankommen an mich", meinte Rosberg. Fast 25 Sekunden Vorsprung im Ziel - und es hätten sogar mehr sein können. "Ein bisschen war schon noch drin, klar", sagte Rosberg.

Das kannte man in den vergangenen vier Jahren nur von Red Bull. Trotz des Auftaktnullers für das Team wirkte Ricciardos Fahrt zumindest wie ein Stimmungsbeschleuniger. "Man kann die einfach nie abschreiben", sagte Rosberg: "Die müssen wir auf dem Zettel haben."

Für Italiens "La Stampa" wirkte Mercedes aber "wie von einem anderen Planeten". "Mercedes walzt alles nieder", meinte Frankreichs "Le Figaro". Und in Spanien stellte die Sportzeitung "Marca" fest: "Die Formel 1 steht in diesem Jahr im Zeichen von Mercedes."

Das will Vettel verhindern. Nach den Problemen mit dem Motor sprach er sich selbst und seinem Team Mut zu. "Wichtig ist, dass wir jetzt nicht die Köpfe hängen lassen und uns daran erinnern, dass keiner alleine die Verantwortung trägt. Wir sind ein Team und müssen auch so agieren. In guten und in schlechten Zeiten", schrieb Vettel auf seiner Homepage.

Sebastian Vettel appelliert an den Teamgeist bei Red Bull.
Sebastian Vettel appelliert an den Teamgeist bei Red Bull. FOTO: dpa