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Deutsche U21 ist vor EM-Halbfinale geschwächt

Die Pleite gegen Italien ließ Davie Selke & Co. zittern.
Die Pleite gegen Italien ließ Davie Selke & Co. zittern. FOTO: dpa
Krakau. Vor 21 Jahren schoss der aktuelle U21-Trainer die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen England ins EM-Finale – und feierte dort den Titel. "Das war das Größte, was man damals erreichen konnte", sagt Stefan Kuntz.

Dieses Kunststück will er mit seiner U21-Nationalelf wiederholen: Erst ein Halbfinal-Sieg gegen England am Dienstag (18 Uhr/ARD) - und dann der Gewinn des EM-Titels.

Vor der Partie berichtete Kuntz auch von dem Erlebnis 1996. "Meist muss ich es erklären, weil die meisten noch nicht geboren waren", sagte er schmunzelnd. Keeper Julian Pollersbeck sagte, Kuntz habe vor dem Halbfinale erzählt, "wie es ist, den Pott hochzuhalten" und damit die Mannschaft motiviert.

Immer wieder England! 1982 unterlag die deutsche Elf im Finale gegen die Briten. 2009 zog die DFB-Auswahl ebenfalls ins Endspiel gegen England ein - und gewann dort mit 4:0. Der damalige Triumph von Sami Khedira, Mesut Özil & Co. ist der bislang einzige einer deutschen U21 und Vorbild für die aktuelle Generation. Zum vierten Mal steht eine deutsche U21 nun im Halbfinale einer EM.

Nicht einmal 72 Stunden nach dem dramatischen Gruppenfinale, das mit einer knappen 0:1-Niederlage gegen Italien und dem herbeigezitterten Einzug ins Halbfinale doch noch glücklich endete, müssen die DFB-Junioren schon wieder antreten. Dass die erste Turnier-Niederlage und erste Pflichtspiel-Pleite seit fast zwei Jahren noch an dem Team nagt, glaubt Kuntz nicht. "Das wird aus dem Kopf ganz draußen sein", sagte er. "Jetzt haben wir einen Pokal-Charakter, hopp oder top. Ich denke, dass mit diesem Modus jeder einfacher leben kann."

Nach drei Turnierspielen innerhalb von nicht einmal einer Woche, in denen Kuntz jeweils die gleiche Startelf aufs Feld schickte, sind die Kraft-Reserven im deutschen Team geschrumpft. Der Coach erwägt daher gegen England eine Pause für den einen oder anderen Spieler, zumal die Young Lions zwei Tage länger Zeit zur Erholung hatten. "Die Regeneration steht jetzt absolut im Vordergrund, weil wir bei allen jetzt gucken müssen, dass die Tanks voll sind", sagte Kuntz.

Gegen England, das die DFB-Junioren im März in einem Testspiel mit 1:0 besiegten, will das junge Team anders als gegen Italien wieder so selbstbewusst auftreten wie in den ersten EM-Partien gegen Tschechien und Dänemark. "Wir müssen wieder von vornherein das Spiel an uns reißen und versuchen, Tore zu machen", forderte Meyer. Kuntz bezeichnete die Partie als "50:50-Spiel", die Tagesform entscheide.