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| 10:25 Uhr

Turnen
SC Cottbus verpasst Bronze im Turn-Finale

FOTO: Steffen Beyer
Ludwigsburg. Ein bitterer Abschluss für eine starke Saison: Der SC Cottbus ist beim Finale der Deutschen Turnliga ohne Medaille geblieben. Die Herren-Riege präsentierte sich sehr gut – doch die TG Saar war zu weltmeisterlich besetzt. Von Jan Lehmann

Der SC Cottbus hat beim Finale der Deutschen Turnliga in Ludwigsburg die Bronzemedaille knapp verpasst. Gegen die namhaft besetzte TG Saar verloren die Lausitzer am Samstagabend im kleinen Finale mit 29:43. Bemerkenswert: Drei Geräte konnte die junge Cottbuser Mannschaft sogar für sich entscheiden. Aber die Saarländer mit ihren Weltklasse-Turnern hatten zu Beginn an Sprung und Barren schon für klare Verhältnisse gesorgt: Der Russe Nikita Nagorny, der zuletzt bei der Weltmeisterschaft in Doha Bronze im Mehrkampf gewonnen hatte, war mit zwölf Zählern der punktbeste Turner im kleinen Finale.

Für die Cottbuser zählen indes die kleinen Erfolg. So konnte der Zyprer Marios Georgiou im SCC-Trikot immerhin dem ukrainischen Weltmeister und Olympiasieger Oleg Verniaev am Pauschenpferd die Punkte wegnehmen. Und Christopher Jursch bezwang am Boden überraschend Felix Remuta, der zuletzt beim 43. Turnier der Meister in Cottbus an diesem Gerät als Vierter nur knapp an einer Weltcup-Medaille vorbeigeturnt war.

Für Cottbus ist der vierte Platz trotz aller Enttäuschung über die späte Niederlage ein Grund zur Freude. Erstmals seit sechs Jahren waren die Lausitzer, die immer noch Rekordmeister in der Turnliga sind, wieder ins Finale eingezogen. Karsten Oelsch, leitender Trainer am Cottbuser Bundesstützpunkt, berichtet: „Wir hatten einen nicht ganz optimalen Start an Sprung und Barren. Ab Reck haben wir sehr gut geturnt.“ Den vierten Platz wertet er als Erfolg und betont: „Unsere Jungs haben sich im Laufe der Saison alle verbessert und sind auf einem guten Weg. Das stimmt uns optimistisch für die Zukunft.“

Das große Finale gewann erstmals die KTV Obere Lahn, die sich überraschend mit 36:34 gegen den Meisterschaftsfavoriten KTV Straubenhardt durchsetzte. In einem packenden Turn-Krimi lagen beide TEams vor dem allerletzten Duell am Reck noch mit 34:34 Punkten gleichauf. Der Weißrusse Andrey Likhovitsky entschied dann als letzter Turner den Wettkampf und Meisterschaft für Obere Lahn. Danach gab es in Ludwigsburg eine große Turnparty, bei der die neuen Deutschen Meister auf der Bühne fast alle Hüllen fallen ließen. Mit im Siegesgetümmel: Ex-Turnstar Fabian Hambüchen, der bei Obere Lahn als Betreuer und Motivator im Einsatz war.

In der Nachwuchsbundesliga mussten die Cottbuser nach ihren beiden Meisterschaften in den Vorjahren dieses Mal mit Rang fünf Vorlieb nehmen. Im Endkampf der besten sechs Teams fehlte den Lausitzern mit Nachwuchs-Nationalmannschaftsturner Willi Binder der wichtigste Punktegarant.