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| 01:10 Uhr

Deutsche Skispringer wollen auf das Olympia-Podest

Am Thron von Überflieger Janne Ahonen werden die deutschen Ski-Adler auch in dieser Weltcup-Saison kaum rütteln können, doch für einen Höhenflug bis auf das Podest in Turin fühlt sich das Team von Bundestrainer Peter Rohwein stark genug. „Wir haben Leute, die gut sind für vordere Plätze. Unser Anspruch ist eine Medaille bei den Olympischen Winterspielen“, verkündete Rohwein vor dem Weltcup-Auftakt morgen in Kuusamo/Finnland das anspruchsvolle Ziel für die Saison. Von Eric Dobias

Sie hält mit der Vierschanzentournee (29. Dezember bis 6. Januar) und der Skiflug-WM am Kulm (13. bis 15. Januar) weitere Höhepunkte bereit. Nach dem Rücktritt von Sven Hannawald setzt der Bundestrainer, der anders als nach seiner späten Berufung im Vorjahr für die komplette Vorbereitung verantwortlich zeichnet, vor allem auf das Quartett Michael Uhrmann (Rastbüchl), Georg Späth (Oberstdorf), Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg) und Michael Neumayer (Berchtesgaden). "Natürlich fehlt uns ein Siegspringer von der Klasse eines Sven Hannawald. Das war ein Jahrhunderttalent, und die wachsen nicht auf Bäumen. Aber wir haben ein gutes Team", schätzt Rohwein die Kräfteverhältnisse realistisch ein.
Der viermalige Weltmeister Martin Schmitt (Furtwangen) ist im Team dagegen nicht fix gesetzt, erhält aber zum Auftakt in Kuusamo das Vertrauen des Bundestrainers. Den letzten freien Platz vergab Rohwein an den Oberhofer Jörg Ritzerfeld. Stephan Hocke (Oberhof) und Maximilian Mechler (Isny) musste die Heimreise antreten.
Während Weltmeister und Vierschanzentournee-Gewinner Ahonen den dritten Weltcup-Triumph in Serie anstrebt, hoffen die DSV-Skispringer möglichst schon zum Auftakt im hohen Norden Europas auf Podestplätze. "Es ist prinzipiell wichtig, gut in die Saison zu kommen. Wenn es gleich zu Beginn läuft, nimmt das den Druck weg. Dann herrscht eine gewisse Erleichterung und eine lockere Stimmung", sagte Rohwein. Nicht nur er hofft daher auf einen ähnlich furiosen Saisonstart wie im Vorjahr, als Alexander Herr in Kuusamo auf Rang zwei segelte.
Bis zum Saisonfinale mit dem Skifliegen in Planica stehen 25 Wettbewerbe auf dem Programm, in denen insgesamt rund 1,5 Millionen Schweizer Franken (970 000 Euro) an Preisgeld ausgeschüttet werden. Bei den Einzelveranstaltungen gibt es 70 000 Schweizer Franken (45 000 Euro) zu verdienen, bei den Doppelveranstaltungen sind es pro Wettbewerb jeweils 50 000 Schweizer Franken (32 000 Euro).
Als Favoriten auf den Gesamtsieg gelten neben Ahonen, der im vorigen Winter mit zwölf Saisonsiegen einen phänomenalen Rekord aufstellte, vor allem die starken Springer aus Österreich und Norwegen. Aber auch des tschechische Sommer-Grand-Prix- Gewinner Jakub Janda oder Adam Malysz (Polen) werden Chancen eingeräumt. "Ahonen wird nicht so dominant sein wie im Vorjahr. Andere Springer haben aufgeholt. Ich hoffe, dass es nicht wieder eine One-Man-Show gibt", prophezeit Rohwein mehr Spannung.
Für die sollen möglichst auch die DSV-Athleten sorgen, die insgesamt gut durch die Sommervorbereitung gekommen sind. "Wir haben einen ganz anderen Saisonaufbau gefahren, als dies in den letzten zwei Jahren der Fall war. Es war wichtig, im Sommer beim Grand Prix präsent zu sein. Da haben wir uns die Motivation für das Training geholt", sagte Rohwein. Die Ernte will er nun im Winter einfahren.