| 02:42 Uhr

Deutsche Skispringer wie entfesselt

Mit einem Mega-Vorsprung holten die Skispringer Markus Eisenbichler (v.l.), Andreas Wellinger, Svenja Würth und Carina Vogt am Sonntag Gold.
Mit einem Mega-Vorsprung holten die Skispringer Markus Eisenbichler (v.l.), Andreas Wellinger, Svenja Würth und Carina Vogt am Sonntag Gold. FOTO: dpa
Lahti. Mit einer beeindruckenden Leistung haben die deutschen Skispringer ihren WM-Titel im Mixed-Wettbewerb verteidigt und dem deutschen Team bereits die achte Medaille bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Lahti beschert. Damit hat der DSV bereits bei Halbzeit der Titelkämpfe so viel Edelmetall wie vor zwei Jahren in Schweden am Ende der WM. Gerald Fritsche und Eric Dobias

Carina Vogt, Markus Eisenbichler, Svenja Würth und Andreas Wellinger demonstrierten am Sonntag die Stärke des deutschen Skispringens und deklassierten die Konkurrenz. Mit 1035,5 Punkten setzten sie sich vor Österreich, das 999,3 Zähler ersprang, und Japan mit 979,7 Punkten durch.

"Es war ein unglaublicher Abend", sagte Damen-Trainer Andreas Bauer. Er betonte, dass mit Severin Freund und Anna Ruprecht zwei Leistungsträger mit Kreuzbandrissen daheim bleiben mussten. "Auch deshalb ist das alles momentan unfassbar für mich", sagte Bauer. Sein Kollege Werner Schuster hatte nicht mit so einer Demonstration gerechnet. "Mir war klar, dass es sehr eng werden könnte. Aber alle vier haben eine Top-Leistung geboten", betonte der Coach.

Die nun viermalige Weltmeisterin Vogt hatte mit einem überragenden Sprung auf 98 Meter Deutschland gleich derart in Führung gebracht, dass die Konkurrenz förmlich resignierte. "Sie ist weltmeisterlich gesprungen, ich bin total beeindruckt", lobte auch Schuster. Mit dem Vorsprung im Rücken flogen auch die anderen drei DSV-Springer in ihren Gruppen am weitesten und machten in Durchgang zwei fokussiert weiter.

Schon am Samstag hatten An dreas Wellinger und Markus Eisenbichler für doppeltes Medaillenglück gesorgt - mit Silber und Bronze beim Springen von der Normalschanze. Weltmeister wurde Stefan Kraft aus Österreich. "Das ist hammergeil", jubelte der zweitplatzierte Wellinger über sein erstes WM-Edelmetall. Eisenbichler flog als Sechster des ersten Durchgangs mit Tagesbestweite noch an drei Rivalen vorbei. "Dieser Erfolg bedeutet mir extrem viel", sagte der WM-Dritte.

Erneut WM-Gold im Teamwettbewerb haben die Kombinierer Björn Kircheisen, Eric Frenzel, Fabian Rießle und Johannes Rydzek geholt. Kircheisen avancierte zum Kombinierer mit den meisten WM-Medaillen (12) der Geschichte.

Zum Thema:
Die deutschen Langläuferinnen haben die erhoffte WM-Medaille im Teamsprint deutlich verpasst. Stefanie Böhler und Nicole Fessel mussten sich am Sonntag mit Platz sechs begnügen. Sie hatten knapp neun Sekunden Rückstand auf Sieger Norwegen. Silber holte Russland vor den USA.Bei den Herren wurden Thomas Bing und Sebastian Eisenlauer Siebenter. Das russische Duo gewann vor Italien und Finnland.