ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:39 Uhr

Deutsche Schwimmer wollen Durstrecke bei WM beenden

Lagenspezialist Philip Heintz ist das "heißeste Eisen".
Lagenspezialist Philip Heintz ist das "heißeste Eisen". FOTO: dpa
Budapest. WM-Freude statt Olympia-Frust lautet das Ziel. Die deutschen Schwimmer wollen nach dem Debakel der Spiele von Rio bei den am Sonntag beginnenden Beckenwettbewerben in Budapest für positive Schlagzeilen sorgen. dpa/noc

Im Jahr eins nach dem Abschied von Paul Biedermann heißen die Medaillen-Hoffnungen Marco Koch, Philip Heintz und Franziska Hentke. Nach dem Karriere-Ende von US-Star Michael Phelps wollen andere internationale Ausnahmekönner noch mehr ins Rampenlicht rücken. Allen voran Lokal matadorin Katinka Hosszú.

Für Deutschland ist Heintz laut Chefbundestrainer Henning Lambertz das "heißeste Eisen im Feuer". Mitte Juni schwamm sich der Lagenspezialist in Berlin über 200 Meter auf Platz eins der Weltrangliste. Der 26-Jährige präsentierte sich in Top-Verfassung - und musste das auch: Als Konsequenz aus den zweiten Sommerspielen nacheinander ohne Beckenmedaille setzte der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) auf besonders harte Qualifikations-Normen. "Es ist bestimmt nicht einfach, das hohe Niveau, das Philip bei den deutschen Meisterschaften hatte, nochmal zu steigern", sagt Lambertz. "Aber ich traue es ihm zu 100 Prozent zu!"

Gelingt es dem Heidelberger, nahe seiner Weltjahresbestzeit von 1:55,76 Minuten anzuschlagen, sollte er in den Kampf um Edelmetall eingreifen können. Steigern muss sich dagegen Koch. Der Weltmeister über 200 Meter Brust von 2015 scheiterte bei den nationalen Titelkämpfen an der WM-Norm, wurde aber trotzdem nominiert. Der Darmstädter hat einen besonderen Status im Team und nach Aussage des Chefbundestrainers "Steigerungspotenzial". Lambertz sieht Koch, der sein Training nach Olympia umgestellt hat, "klar in einem Finale". Mit Bronze, Silber oder Gold werde es aber schwierig.

Der für seinen Reformkurs mit neuem Kraftkonzept, mehr Zen tralisierung und härteren Normen von einigen Trainern auch kritisierte Lambertz, hält sich mit konkreten Vorgaben zurück. "Ich werde keine Prognosen mehr aufstellen", sagt er. "Damit kann man nur verlieren." Er meint jedoch auch: "Ich glaube, eine Medaille täte uns allen gut, nach der etwas durstvollen Vergangenheit." Vielleicht kann Hentke das erfüllen. Die Schmetterlingsschwimmerin sieht trotz ihrer Weltjahresbestzeit von 2:06,18 noch Verbesserungsmöglichkeiten, genau wie der Chefbundes trainer. Aufgrund der guten Trainingsleistungen der fleißigen Athletin glaube er, "dass bei ihr eine Steigerung möglich ist."

Weiter steigern wollen sich aber natürlich auch die internationalen Stars. Katie Ledecky zum Beispiel, die vierfache Olympiasiegerin von Rio de Janeiro. Bei ihrem Heimspiel will auch die Ungarin Hosszú auftrumpfen, die in Brasilien nur einmal weniger als Ledecky ganz oben auf dem Siegertreppchen stand.