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Deutsche Hindernisläuferin mit hohem Krebsrisiko

Im vergangenen Jahr war Sanaa Koubaa-Schretzmair bei den Olympischen Spielen in Rio am Start.
Im vergangenen Jahr war Sanaa Koubaa-Schretzmair bei den Olympischen Spielen in Rio am Start. FOTO: dpa
Berlin. Wegen des sehr hohen Krebsrisikos wird sich Hindernisläuferin Sanaa Koubaa-Schretzmair im August einer prophylaktischen Operation unterziehen. Die 32-Jährige machte ihre Vorgeschichte und ihre Entscheidung kürzlich öffentlich. dpa/jam

Sie ist genetisch vorbelastet und gehört zu den Risikogruppen für Krebs. "Aufgrund eines im Januar diagnostizierten Gendefektes, habe ich mich dazu entschlossen, nicht zu warten, keine Zeit zu vergeuden, sondern zu handeln und mich behandeln zu lassen", schrieb sie auf Facebook. "Diese Saison gehört meiner Gesundheit." Seit 2015 startet sie für Bayer Leverkusen.

Im Januar sei sie noch frohen Mutes ins DLV-Trainingslager nach Monte Gordo gereist, um sich auf die WM-Saison vorzubereiten. "Doch manchmal kommt alles anders", sagte die Olympia-Teilnehmerin von Rio 2016. "Das Glück ist zu kurz, um es auf später zu verschieben."

Nach der Rückkehr aus dem Trainingscamp sei bei ihr eine Genveränderung diagnostiziert worden, die sie anfällig für Brustkrebserkrankungen mache. So sei das Tumorrisiko - erblich bedingt - massiv erhöht. Mutter und Tante der Hindernisläuferin starben mit Mitte 30 an Krebs, die Cousine und eine Schwester sind daran erkrankt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Koubaa-Schretzmair selbst an Krebs erkrankt, liegt bei 86 Prozent, haben Untersuchungen ergeben.