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Desolate Dynamos kassieren 0:4-Klatsche

Dresdens Jannik Müller kann die deftige Heimpleite kaum fassen. Dennoch wurden die Sachsen von ihren Fans gefeiert.
Dresdens Jannik Müller kann die deftige Heimpleite kaum fassen. Dennoch wurden die Sachsen von ihren Fans gefeiert. FOTO: dpa
Dresden. Der neue Zweitliga-Spitzenreiter SV Sandhausen offenbart schonungslos die Schwächen der offensiv ausgerichteten Dresdner. Jens Maßlich

0:4 verloren, aber dennoch von den eigenen Fans gefeiert: Es war wohl das Einzige, was den Zweitliga-Kickern der SG Dynamo Dresden einen rabenschwarzen Samstag zumindest noch ein wenig erhellen konnte. "Großen Dank dafür an den K-Block. Da bekommst du 0:4 auf die Fresse und wirst gefeiert, als hättest du 4:0 gewonnen", sagte Uwe Neuhaus nach der bitteren Pleite seiner Mannschaft gegen den SV Sandhausen am Samstag.

Dynamos Cheftrainer hatte zuvor in 90 Minuten nicht viel gesehen, was diese Reaktion gerechtfertigt hätte. Das Spiel seiner Mannschaft war geprägt von Fehlpässen, unkontrollierten Ballannahmen, Ideenlosigkeit im Angriffs- sowie Nachlässigkeiten im Defensivspiel.

So verwunderte es auch nicht, dass Marco Hartmann nach der Partie deutliche Worte fand. Angesprochen auf die positive Reaktion der Anhänger, sagte der Dynamo-Kapitän: "Das tut gut, darf man aber nicht dazu nutzen, dass das Spiel schnell abgehakt wird. Das darf gern jedem einzelnen Spieler noch etwas wehtun."

Der 29-Jährige ärgert sich über das Auftreten des Vorjahres-Fünften, bemängelt vor allem die Absicherung im eigenen Angriffsspiel sowie das taktische Verhalten bei allen drei Gegentoren im zweiten Durchgang. "Einfach nur katastrophal und desolat, das darf nicht passieren", sagte der Mittelfeldspieler.

Dresden wurde vom SV Sandhausen überrascht, fand keine Mittel gegen die clever agierenden Badener. Coach Kenan Kocak stellte auf ein 3-5-2-System um, ließ sein Team über 90 Minuten Mann gegen Mann verteidigen, wogegen die Hausherren keine Mittel fanden. Die sonst so typische Ballzirkulation verpuffte bereits im Ansatz, weil es an freien Anspielstationen fehlte. Häufig blieb nur der Pass zurück zu Keeper Marvin Schwäbe, der letztlich auf den langen Ball zurückgreifen musste.

Neuhaus und sein Team, das am Sonntag beim VfL Bochum antritt, müssen nun Lösungen finden. Denn das vom Coach bevorzugte offensive 3-4-3-System ist anfällig für schnelle Tempogegenstöße. Schon in der Vorbereitung kassierte Dynamo in sieben Testspielen 15 Gegentreffer. In drei Ligapartien und im Pokal sind es bereits acht.