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Leichtathletik
Der Weltmeister fliegt in Cottbus

Holte bei der WM in London Gold: Sam Kendricks.
Holte bei der WM in London Gold: Sam Kendricks. FOTO: Rainer Jensen / picture alliance / Rainer Jensen
Cottbus. Der US-Amerikaner Sam Kendricks hat für das Springermeeting im Januar zugesagt. Von Sven Hering

Vor ein paar Tagen konnte Uli Hobeck ein paar entspannte Stunden in der Cottbuser Lausitz-Arena verbringen. Beim Turnier der Meister war der Cheforganisator des Cottbuser Springermeetings nur Besucher. Und Hobeck schwärmt noch immer von der Veranstaltung. „Super organisiert, toller Sport, ein sehr schönes Rahmenprogramm.“

Doch ein wenig war der 70-Jährige dann auch in geheimer Mission unterwegs. „Natürlich habe ich mir ein paar Dinge aufgeschrieben, die wir vielleicht für unsere Meeting nutzen könnten“, sagt er, ohne ins Detail gehen zu wollen.

Sein Meeting hat – ähnlich wie das Turnier der Meister – längst einen Kult-Status in der Stadt Cottbus. Und so ist es alles andere denn eine gewagte Prognose, dass die Lausitz-Arena zur 16. Auflage des Springermeetings am 31. Januar 2018 wieder aus allen Nähten platzen wird. Am Montag beginnt der Kartenvorverkauf. Uli Hobeck dazu: „Wer sicher gehen will, noch ein Ticket zu bekommen, sollte sich seine Karten noch im Dezember holen.“

Die Besucher können sich dabei wieder auf zahlreiche Topstars der Szene freuen. Premiere wird dabei Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks feiern. Den US-Amerikaner hätte Uli Hobeck gern schon im vergangenen Jahr nach Cottbus geholt. Dass es jetzt geklappt hat, ist zum einen Hobecks guten Kontakten in die Szene zu verdanken. Andererseits ist die Verpflichtung auch ein finanzieller Kraftakt. Kendricks hat als Weltmeister von London 2017 seinen Marktwert noch einmal deutlich gesteigert. Ohne dass Sponsoren tief in die Tasche greifen, ist solch ein Mann nicht zu bekommen.

Hobeck kann sich freilich auf einen großen Pool von Unternehmen verlassen, die Jahr für Jahr dafür sorgen, dass das Meeting nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern vor allem auch sportliche Qualität hat. „Wir haben schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal – und nicht wenige beneiden uns um unsere Veranstaltung“, sagt der Organisationschef.

Das Springermeeting genießt zudem einen exzellenten Ruf unter den Athleten. Das führt soweit, dass selbst Sportler, die ihre Karriere bereits aufgegeben haben, immer wieder gern in Cottbus zu Gast sind. Wie der jahrelange Publikumsliebling Björn Otto. Er hat Uli Hobeck seine Zusage gegeben, im Januar als Co-Moderator mit in Cottbus dabei zu sein. Der Ex-Stabhochspringer, der inzwischen als Pilot arbeitet, habe den Termin extra mit seiner Fluggesellschaft abgestimmt, verrät Hobeck. „Ich freue mich sehr, dass er bei uns sein wird.“

Doch wie geht es mit dem Springermeeting weiter? Im vergangenen Jahr hatte Uli Hobeck erstmals über ein mögliches Ende der Traditionsveranstaltung gesprochen. Und in der Folge das Bekenntnis zahlreicher Sponsoren bekommen, weiter zur Verfügung zu stehen. Ein aufwändiges Geschäft ist das Werben um Geldgeber trotzdem. Während andere Meetings auf zwei, drei Großsponsoren bauen können, sind es in Cottbus fast 100 Unternehmen, die sich an der Finanzierung beteiligen. Beinahe täglich steht der Cheforganisator bei Firmenchefs in der Tür. Die guten persönlichen Kontakte sind längst das größte Kapital Hobecks.

„Es gibt in Cottbus Dinge, die sollten auch in den nächsten Jahren fester Bestandteil sein“, erklärt Uli Hobeck. Das Filmfestival gehöre dazu, das Turnier der Meister, die hochkarätigen Radsportveranstaltung. Und – natürlich – das Springermeeting. Auf Abschied hat Uli Hobeck nämlich noch lange keine Lust.