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| 11:38 Uhr

Bahnradsport
Levy: Alte Erinnerungen – neue Zeitrechnung

Maximilian Levy ist derzeit in starker Form und sagt: „Für mich ist dieses Jahr wohl die ganze Zeit Frühling.“
Maximilian Levy ist derzeit in starker Form und sagt: „Für mich ist dieses Jahr wohl die ganze Zeit Frühling.“ FOTO: Frank Hammerschmidt
Manchester. Der Weltcup-Sieg des Cottbuser Bahnradsprinters Maximilian Levy in Manchester im Teamsprint weckt alte Erinnerungen. Doch der 30-Jährige erlebt am Wochenende auch, wie sehr das Niveau im Sprint seit seinem ersten Erfolg vor zwölf Jahren gestiegen ist. Von Jan Lehmann

Wie die Zeit vergeht: Als der Cottbuser Bahnradsprinter Maximilian Levy im Jahr 2005 Jahren seinen allerersten Weltcup-Sieg feierte, „da gab es noch kein I-Phone und kein Facebook“, wie der Keirin-Europameister feststellte. Der damals 18-Jährige fuhr da in Manchester der gesamten Weltspitze davon und gewann das Sprintturnier. Seine Qualifikationszeit über die 200 Meter damals: 10,40 Sekunden.

Am Wochenende war Levy wieder mal beim Weltcup in Manchester zu Gast und fuhr in der Sprint-Qualifikation eine starke Zeit von 9,91 Sekunden – also eine halbe Sekunde schneller als noch vor zwölf Jahren. Doch damit landete der 30-Jährige nur auf Rang 16 und bekam es im Vorlauf mit dem Olympia-Zweiten Callum Skinner aus Großbritannien zu tun. Diesen schweren Brocken räumte Levy zwar noch aus dem Weg, doch nur eine Viertelstunde später musste er gegen niederländischen Quali-Sieger Harrie Lavreysen (9,646 Sekunden) ran. Zu hart für Levy, der nach dem Ausscheiden konstatierte, dass es im Sprint längst eine neue Zeitrechnung gibt: „Das aktuelle Level ist unglaublich hoch und die 9,91 sind nicht mal schlecht für mich.“

Dass das Level zwar hoch, aber für den Cottbuser Routinier keineswegs zu hoch ist, hatte Levy zuvor im Teamsprint bewiesen. Gemeinsam mit dem Berliner Robert Förstemann, der für den RSC Cottbus startet und Joachim Eilers (Chemnitz) setzte sich Levy in 43,095 Sekunden im Finale gegen das niederländische Trio Theo Bos, Roy van den Berg und Matthijs Büchli (43,542) durch. Levy, der zuvor bei der Heim-EM in Berlin fast schon sensationell Gold geholt hatte, konstatierte: „In diesem Jahr ist bei mir offensichtlich die ganze Zeit Frühling. Wir haben uns von Lauf zu Lauf gesteigert und in beachtlichen 43,09 gewonnen. Abgerundet wurde die Party mit unseren Sieger-Mädels.“

Olympiasiegerin Kristina Vogel (Erfurt) hatte zuvor mit Partnerin Miriam Welte (Kaiserslautern) das Finale bei den Frauen in 32,382 Sekunden gegen das russische Duo Anastasija Woinowa und Daria Schmelewa (33,151) gewonnen. Damit revanchierten sich die London-Olympiasiegerinnen zugleich für die Final-Niederlage bei der EM in Berlin vor drei Wochen. Für Vogel war es der 23. Weltcup-Sieg ihrer Karriere. Die derzeitige Über-Sprinterin gewann am Samstag auch den Keirin, sie startet am Sonntag auch im Sprint. Bei den Herren ist am Sonntag Joachim Eilers im Keirin am Start.

Dieses Foto von seinem ersten Weltcupsieg 2005 in Manchester zeigte Maximilian Levy am Wochenende bei "Facebook".
Dieses Foto von seinem ersten Weltcupsieg 2005 in Manchester zeigte Maximilian Levy am Wochenende bei "Facebook". FOTO: priv/Levy / Levy

Für Levy geht es in drei Wochen beim Weltcup in Milton (Kanada) weiter. Er erklärt: „Ich werde auch in Kanada wieder im Sprint eingesetzt, um zumindest die Punkte für die Nation und den damit verbundenen Startplatz einzufahren. Dieser Verantwortung will ich gerecht werden und hoffe auf etwas mehr Fortune.“