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| 02:40 Uhr

Kommentar
Der Verlierer ist am Ende der Fan

Das Netz an Rechteinhabern auf dem deutschen Pay-TV-Markt wird immer größer. Klar, jeder will ein großes Stück vom Kuchen abhaben, der mit hochkarätigem Gold verziert ab diesem Sommer erstmals mehr als eine Milliarde Euro in die Kassen der 36 Bundesligavereine spült.

Es hat eine Weile gedauert. Inzwischen habe ich aber kapiert, dass Bundesliga-Fußball etwas kosten muss. Die DFL darf den ICE "Premiere League" nicht noch weiter aus den Augen verlieren. Ich zahle für mein Monatsticket immer pünktlich. Für die Finanzmogule aus Übersee ist die Wertschöpfung freilich immer noch nicht genug. Wenn dieser große Kuchen nun noch weiter zerteilt wird, leidet das Fußballfanherz aber zweifellos. Der Endbenutzer sitzt zwischen den Stühlen und während Sky und Discovery - egal mit welchem Ergebnis - beide in irgendeiner Form als Gewinner aus dem zähen Vertragspoker gehen, sind viele Anhänger des runden Leders jetzt schon fast sicher die Verlierer. Sie müssen, um weiter die maximale Anzahl an Bundesligaspielminuten pro Saison aufsaugen zu können, tiefer in die Tasche greifen. Und doch können viele von uns am Ende zum Gewinner werden. Dann nämlich, wenn die Vereine ihre Mehreinnahmen in Stars eines Aubameyang-Kalibers investieren, die sonst nicht den Weg in die Bundesliga gefunden hätten.

Meine zweite große Leidenschaft ist übrigens die Formel 1. Die hat Discovery gerade für vier Milliarden Euro gekauft. Und wer überträgt sie? Richtig, Sky. Die nächste Tortenschlacht ist garantiert. Zwischen den Stühlen sitzt auch hier der Fan.

Henry.Blumroth@lr-online.de