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| 15:14 Uhr

Der Sprintkönig kennt keinen Schmerz

Maximilian Levy (r.) setzte sich im Velodrom vor Robert Förstemann durch.
Maximilian Levy (r.) setzte sich im Velodrom vor Robert Förstemann durch. FOTO: Hammerschmidt
Berlin. Radprofi Maximilian Levy (29) war schon Weltmeister, Europameister und Medaillengewinner bei Olympischen Spielen. Der Gesamtsieg beim 106. Berliner Sechstagerennen aber war für den Bahnsprinter aus Cottbus trotzdem ein Außergewöhnlicher. Jens Mende / dpa/noc

Das Metall in seinem Körper störte den Sprintkönig der Berliner Sixdays nicht. Ausgiebig jubelte Maximilian Levy auf dem Lattenoval der Hauptstadt über einen Triumph, der sportlich zwar zweitrangig, aber dafür außergewöhnlich war. 16 Tage nach einem im Training erlittenen Schlüsselbeinbruch drehte der Ex-Weltmeister, ehemalige Europameister und amtierende deutsche Champion wieder mit einem Sieger-Blumenstrauß eine emotionale Ehrenrunde als Gewinner der Sprint-Wettbewerbe. "Die Erfahrung hat mir geholfen", sagte der Cottbuser Radsport-Profi.

Schon zum dritten Mal in seiner Karriere muss Levy mit den Folgen eines Schlüsselbeinbruchs klarkommen. "Man hat als Sprinter ja schon eine Muskulatur. Die habe ich in kurzer Zeit nicht verloren", bemerkte Levy mit einem Lächeln. Nicht einmal Schmerzmittel musste er bei seinem elften Sechstagerennen in der Hauptstadt mehr nehmen.

Im Februar beim Weltcup in Cali und in Los Angeles will sich Levy mit guten Resultaten den WM-Startplatz sichern. "Es wäre meine zwölfte Weltmeisterschaft am Stück", betonte der 29-Jährige. Sicher werde er durch seine Verletzung in Kolumbien und den USA noch nicht 100 Prozent seiner Leistung abrufen können. Aber bei der WM im April in Hongkong traut sich der Lausitzer das zu - auch mit Schrauben und einer Platte in den Knochen. Die müssen noch drinbleiben. "Ich bin ganz gut in Schuss", sagte Levy. "Mal sehen, wo sich die besten Chancen bieten." Levy kann alles: Sprint, Teamsprint und Keirin. Der Routinier könnte sich sogar einen Vorteil durch seine Verletzung vorstellen: "Vielleicht komme ich dadurch nicht zu früh in Form."

Bei Olympia in Rio de Janeiro im vergangenen Sommer hatte das Timing nicht gestimmt. "Es ist nicht alles gut gelaufen im Vorfeld." So blieb ein fünfter Rang im Teamsprint die beste Ausbeute am Zuckerhut. Bei den Olympischen Spielen zuvor in London und Peking hatte er Silber und zweimal Bronze gewonnen. Schuldzuweisungen will Levy nicht aussprechen: "Wichtig ist, dass man aus Rio was lernt." Bis dato sei da aber bei ihm wenig angekommen. "Frust wäre das falsche Wort, aber natürlich war und bin ich nicht zufrieden", blickte er nur kurz zurück. "Jetzt muss ich das richtige Maß an Regeneration und Belastung finden", bemerkte Levy zu seinem weiteren Formaufbau.

Zum Thema:
Die besten Bilder von Maximilian Levy und seinem Sieg in Berlin gibt es demnächst in einem Fotobuch. Der Sportfotograf Petko Beier hat Levy in Berlin begleitet: bei den Rennen, beim Training und am Rande der Bahn; aber auch im Hotel und in der Umkleide. "Das Buch wird meine Geschichte um das Sechstagerennen 2017 - von Leid bis Freude", sagt der Cottbuser. Das Buch kostet ab 19,90 Euro. www.maximilian-levy.deDie Steher-Konkurrenz gewann Europameister Stefan Schäfer aus Cottbus mit Peter Bäuerlein. Im Madison siegten die Niederländer Yoeri Havik und Wim Stroetinga. Ladys-Cup: Amalie Dideriksen (Dänemark).