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| 14:56 Uhr

Interview
Kiraj: „Ich wollte aufhören, jetzt ist Olympia das Ziel“

Der Spremberger Stefan Kiraj wurde mit den Kanu-Weltmeistern im C4 zur Mannschaft des Jahres gewählt.
Der Spremberger Stefan Kiraj wurde mit den Kanu-Weltmeistern im C4 zur Mannschaft des Jahres gewählt. FOTO: Winfried Mausolf
Potsdam. Der Spremberger Stefan Kiraj (28) erlebte bei der Sportgala in Potsdam einen besonderen Augenblick. Die Ehrung mit seinen Teamkollegen zur Mannschaft des Jahres ist für den Kanu-Weltmeister die Krönung einer tollen Entwicklung. Im RUNDSCHAU-Interview spricht er über seine Beinahe-Karriereende und das nächste Ziel.

Stefan Kiraj, Sie gehören zur Brandenburger Mannschaft des Jahres. Was bedeutet das für Sie?

KIRAJ: Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Wir haben extra wegen der Gala unser Trainingslager in Florida drei Tage eher beendet. Wir sind 15 Uhr gelandet, 18 Uhr ging es los.

Auf der Bühne in der Metropolishalle in Potsdam haben Sie den Wert Ihrer Trainingsgruppe betont.

KIRAJ: Ja, die ist wichtig. Bei uns kannst du als Einzelsportler nicht viel reißen. Je stärker die Trainingsgruppe, umso stärker die Boote.

Olympia lief für Sie nicht so gut, wieso ging es danach bergauf?

KIRAJ: Ich hatte wirklich überlegt,  aufzuhören. Ich musste auf die 1000 Meter umswitchen, hatte zuvor aber sieben Jahre lang etwas anderes trainiert. Ich habe es dann darauf ankommen lassen und auch meine Ernährung umgestellt.

Was haben Sie anders gemacht?

KIRAJ: Na den Nachmittagscocktail weggelassen. Nein im Ernst, ich habe zum Beispiel vom ersten Januar bis zur WM keinen Schluck Alkohol getrunken. Das hat sich gelohnt.

Wie wichtig war Olympiasieger Sebastian Brendel für den WM-Titel?

KIRAJ: Sebastian Brendel kann immer ein Boot mitziehen. Trotzdem hat man bei der EM gemerkt, dass der Zeitplan etwas zu eng war. Da hatte er anderthalb Stunden vorher den Einer. Das reicht, um fit zu sein. Aber trotzdem merkt man im Vergleich zum Training, dass da ein ganz kleiner Impuls fehlt. Zur WM gab es die längere Pause – und schon war es ein ganz anderes Rennen.

Wie geht es jetzt bei Ihnen weiter?

KIRAJ: Als Randsportler denkst du immer im Vier-Jahres-Rhythmus. Olympia 2020 in Tokio ist mein großes Ziel. Wir haben nächstes Jahr einen anderen internen Qualifikationsmodus. Da will ich mich gut verkaufen.

Mit Stefan Kiraj
sprach Jan Lehmann