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Der spezielle Moment für RB Leipzig

Timo Werner von RB Leipzig freut sich auf die Champions-League-Festtage: "Das sind Spiele, die man nie vergisst", sagt der Nationalstürmer.
Timo Werner von RB Leipzig freut sich auf die Champions-League-Festtage: "Das sind Spiele, die man nie vergisst", sagt der Nationalstürmer. FOTO: dpa
Leipzig. Der Klub schaut gespannt nach Monaco. Bei der Auslosung der Champions-League-Gruppen ist für die Sachsen alles möglich. Gerald Fritsche / dpa/sh

Es gibt Ereignisse, vor denen es selbst beim abgezockten Fußball-Bundesligisten RB Leipzig noch kribbelt. Ein solches Ereignis steht am heutigen Donnerstag bevor. In Monaco werden ab 18 Uhr (Eurosport/Sky) die Gruppen für die Fußball-Champions-League ausgelost. Erstmals überhaupt international in einer Lostrommel: RB Leipzig. "Es ist ein spezieller Moment. Wir werden uns die Auslosung gemeinsam nach dem Training gemütlich in der Akademie anschauen", sagt Trainer Ralph Hasenhüttl. Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff und Sportdirektor Ralf Rangnick werden die Leipziger unter anderen in Monaco vertreten und nach der Zeremonie sofort die ersten organisatorischen Aufgaben erledigen.

110 Tage sind vergangen, seit RB am 6. Mai mit einem 4:1 im Berliner Olympiastadion die Qualifikation für die europäische Königsklasse perfekt gemacht hat. 110 Tage, die geprägt waren von Zweifeln, Hoffnung und Spannung. Darf man angesichts der Verflechtungen mit dem österreichischen Meister RB Salzburg überhaupt in der Champions League starten? Wird man die speziellen Auflagen der Uefa hinsichtlich des Stadions erfüllen können? Und nun vor allem: Wen bekommt man als Gegner?

Die Zweifel bezüglich der Zulassung zerstreute die Uefa nach Prüfung der Lizenzunterlagen. Im Stadion wurden Provisorien geschaffen, um vor allem die vielen VIP-Gäste gebührend unterzubringen und bewirten zu können. Was noch bleibt, ist die Frage nach den Kontrahenten. Die könnten Real Madrid, FC Barcelona, FC Chelsea oder Paris St. Germain heißen und damit die Crème de la Crème des europä ischen Clubfußballs sein. Aber auch Spartak Moskau, Schachtjor Donezk, FC Basel oder Tottenham Hotspurs sind möglich. Den Leipzigern ist es egal. "Wir haben ein Jahr dafür gearbeitet, jetzt bekommen wir den Lohn dafür. Egal wie groß oder stark die Gegner sind, wir können in der Champions League so oder so überraschen. So wie wir es vorige Saison in der Bundesliga getan haben", sagt Hasenhüttl.

Nationalspieler Timo Werner meint: "Einerseits würden wir alle gern im Bernabeu-Stadion gegen Real, im Camp Nou gegen Barcelona oder in Old Trafford gegen Manchester United spielen. Das sind Reisen und Spiele, die man nie vergisst. Weil es die ersten sind. Auf der anderen Seite wollen wir sportlich soweit wie möglich kommen." Und Kapitän Willi Orban ergänzt: "Alle Spiele werden echte Highlights. Und je stärker der Gegner, desto besser. Die sollen ruhig kommen."

Einen vorsichtigen Wunsch hat Sportdirektor Rangnick, der als einer der wenigen die Champions League kennt. Es müsse nicht unbedingt Moskau oder Donezk sein, denn das wäre im Winter eine zusätzliche Belastung. Über Lust oder Last der Aufgabe wird ohnehin gerade trefflich gestritten. Für die einen ist das junge RB-Team angesichts des Tanzes auf drei Hochzeiten nicht reif genug. Die anderen sehen die extrem kräftezehrenden Wochen von Mitte September bis Anfang November als Prüfstein für die Kraft und Regenerationsfähigkeit des gesamten RB-Systems.

Die Tage zwischen dem 16. Oktober und 5. November haben es besonders in sich. Champions League, Bundesliga gegen den VfB Stuttgart, Pokal gegen den FC Bayern München, Punktspiel beim FC Bayern, Champions League und Punktspiel gegen Borussia Dortmund - mehr geht eigentlich nicht.

Zum Thema:
Monte Carlo (dpa/sh) Die Fußball-Bundesligisten sind bei der Auslosung der Gruppenphase der Champions League am Donnerstag in Monaco auf Losglück angewiesen. Die Reform hat eine schwerere Planbarkeit zur Folge. So droht selbst dem gesetzten Meister Bayern München eine schwere Vorrunden-Gruppe. Seit der Saison 2015/16 bilden nicht mehr die acht Teams mit dem besten Uefa-Koeffizienten Topf 1, sondern der Titelverteidiger und die Meister der sieben bestplatzierten Länder. Somit befinden sich darin neben Vorjahressieger Real Madrid, Finalist Juventus Turin, dem FC Bayern, dem FC Chelsea und Halbfinalist AS Monaco auch vermeintlich schwächere Teams wie Benfica Lissabon, Spartak Moskau oder Schachtjor Donezk. Dafür ist Borussia Dortmund trotz des siebtbesten Uefa-Koeffizienten in Topf 2, gemeinsam mit anderen Hochkarätern wie dem FC Barcelona, Paris Saint-Germain, Atlético Madrid oder den Manchester-Clubs United und City, dazu dem FC Porto und FC Sevilla. Vor den Playoff-Rückspielen am Mittwoch stand zudem fest, dass der SSC Neapel, Tottenham Hotspur, der FC Basel, Olympiakos Piräus, der RSC Anderlecht, AS Rom und Besiktas Istanbul in Topf 3 sein werden. Für Topf 4 standen neben Europacup-Neuling RB Leipzig bereits NK Maribor und Feyenoord Rotterdam fest. Rein theoretisch könnten also die gesetzten Bayern eine Hammergruppe mit Barcelona und Tottenham bekommen, die ungesetzten Leipziger dafür eine vermeintlich leichte mit Moskau, Porto und Basel.