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| 16:44 Uhr

Turnen
Das Erbe der schwarz-weißen Helden

Mit dieser Riege will der SC Cottbus Turnen 2018 ins DTL-Finale: Trainer Oleksandr Suprun (obere Reihe, v.l.), Leonard Prügel, Christopher Jursch, Lukas Gallay, Pele Goldacker, Lucas Kochan, Igor Radivilov (unter Reihe, v.l.), Tom Schultze, Elias Graf, Devin Woitalla, Marc Krause und Enrico Barowsky.
Mit dieser Riege will der SC Cottbus Turnen 2018 ins DTL-Finale: Trainer Oleksandr Suprun (obere Reihe, v.l.), Leonard Prügel, Christopher Jursch, Lukas Gallay, Pele Goldacker, Lucas Kochan, Igor Radivilov (unter Reihe, v.l.), Tom Schultze, Elias Graf, Devin Woitalla, Marc Krause und Enrico Barowsky. FOTO: SC Cottbus Turnen / LR
Cottbus. Der SC Cottbus Turnen feiert am Samstag sein Jubiläum. Die glorreiche Club-Geschichte setzt die junge Riege unter Erfolgsdruck.

Von Jan Lehmann

Für den SC Cottbus Turnen beginnt am Samstag das Wettkampfjahr in der Deutschen Turnliga (DTL) mit einer doppelt schweren Aufgabe. Gegen KTT Heilbronn (16 Uhr, Lausitz-Arena) sind die Lausitzer gleich aus zwei Gründen zum Siegen verpflichtet. Einerseits gilt es, Heilbronn als einen der Außenseiter der Liga gleich auf Abstand zu halten. Mit einem Erfolg könnten die Cottbuser so früh schon einen wichtigen Schritt zum Klassenerhalt machen. Andererseits darf es am Samstag auch nur einen Sieg geben, weil schließlich im Anschluss an den Wettkampf der 25. Vereinsgeburtstag gefeiert wird.

Bei einem Festakt kommen die Vereinsmitglieder zusammen, um die erfolgreiche Vergangenheit zu feiern – und um gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft zu gehen. Dabei spielt die aktuelle Mannschaft natürlich eine wichtige Rolle. Nach sechs Jahren Abstinenz beim DTL-Finale der vier besten Teams wollen es die Lausitzer wieder in die Endrunde schaffen. Für die jungen Turner geht es darum, endlich das Erbe jener SCC-Helden anzutreten, die die meisten von ihnen vor allem von den Schwarz-Weiß-Fotos aus dem RUNDSCHAU-Archiv kennen: Weltmeister Sylvio Kroll, Olympiateilnehmer wie André Hempel, Maik Belle oder Karsten Oelsch – später die Generation um die WM-Medaillengewinner Robert Juckel und Philipp Boy. Sie alle haben dafür gesorgt, dass der SC Cottbus Turnen noch immer der deutsche Rekordmeister ist.

Es ist ein schweres Erbe, das den Erfolgsdruck für die junge Riege erhöht. Karsten Oelsch, einst erfolgreicher SCC-Turner und jetzt standortverantwortlicher Trainer in Cottbus, betont deshalb: „Es ist unser internes Ziel, endlich wieder das Finale zu erreichen. Aber die DTL ist sehr schwer einzuschätzen. Auch unseren ersten Gegner Heilbronn darf man nicht unterschätzen.“

Die Cottbuser können erneut auf die beiden Gaststarter Igor Radivilov (Ukraine) und Marios Georgiou (Zypern) setzen. Radivilov trainiert bereits seit einer Woche in der Lausitz, Georgiou flog am Donnerstag ein. Ansonsten sollen vor allem Christopher Jursch und Leonard Prügel die Mannschaft stützen. Jursch ist nach seiner langwierigen Schulterverletzung wieder voll im Training. Er berichtet: „Ich kann bis auf Ringe an allen anderen Geräten eine Übung anbieten.“

Für den 25-Jährigen geht es da­rum, wieder den Anschluss an die Nationalmannschaft zu finden. Die EM im August in Glasgow (Schottland) und die WM im Oktober in Doha (Katar) könnten Ziele für ihn sein. Karsten Oelsch betont jedoch: „Es wird sicherlich für ihn ein Aufbaujahr für die kommende Saison.“ 2019 stehen mit der Heim-WM in Stuttgart und der Olympia-Qualifikation die wirklich großen Aufgaben an.

Leonard Prügel, der schon im vergangenen Jahr eine echte Konstante im Team war, wird versuchen, sich in diesem Jahr einen Kader-Status zu erturnen. Erst dann würde er in das Kontrollsystem der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) aufgenommen werden und dürfte somit auch bei internationalen Großereignissen turnen.

Ebenfalls gegen Heilbronn zum Einsatz kommen sollen die beiden Youngster Lucas Kochan und Tom Schultze – allerdings nur dosiert. Die beiden sind die großen Cottbuser Hoffnungen für die anstehende Junioren-Europameisterschaft. Karsten Oelsch erklärt: „Es ist unsere große Hoffnung, dass einer von beiden dort einen Endkampf erreicht und vielleicht sogar um eine Medaille mitturnen könnte. Das wäre eine tolle Sache für den Verein.“

Der letzte Sieg unter dem Logo des alten SC Cottbus: Weltmeister Sylvio Kroll (4.v.l.) und seine Teamkollegen bejubeln die deutsche Meisterschaft im Jahr 1992.
Der letzte Sieg unter dem Logo des alten SC Cottbus: Weltmeister Sylvio Kroll (4.v.l.) und seine Teamkollegen bejubeln die deutsche Meisterschaft im Jahr 1992. FOTO: LR-Archiv / LR
Karsten Oelsch ist heute Stützpunkttrainer in Cottbus.
Karsten Oelsch ist heute Stützpunkttrainer in Cottbus. FOTO: LR-Archiv / LR
Bernd Heide (v.l.), hier mit Bengt Schneider und Claus Immisch, hielt sich zwar meist im Hintergrund. Doch nicht umsonst wird er als Cottbuser Turnvater bezeichnet. Er führte den SCC durch die schwierige Nachwendezeit.
Bernd Heide (v.l.), hier mit Bengt Schneider und Claus Immisch, hielt sich zwar meist im Hintergrund. Doch nicht umsonst wird er als Cottbuser Turnvater bezeichnet. Er führte den SCC durch die schwierige Nachwendezeit. FOTO: LR-Archiv / LR
Gerhard Alisch (l.), hier mit Schützling Maik Belle, spielte als Trainer eine wichtige Rolle beim SCC.
Gerhard Alisch (l.), hier mit Schützling Maik Belle, spielte als Trainer eine wichtige Rolle beim SCC. FOTO: LR-Archiv / LR
Olympia-Teilnehmer André Hempel trainiert jetzt an der Sportschule den Cottbuser Nachwuchs.
Olympia-Teilnehmer André Hempel trainiert jetzt an der Sportschule den Cottbuser Nachwuchs. FOTO: LR
Marios Georgiou ist wieder als Gaststarter für Cottbus dabei.
Marios Georgiou ist wieder als Gaststarter für Cottbus dabei. FOTO: Steffen Beyer