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"Der Reis in der Paella" – Kroos bleibt Real treu

Bis 2022 will Toni Kroos in Madrid bleiben – und weiter Spanisch lernen. Zwar verstehe er nach zwei Jahren bei Real alle Fragen, Antworten in der Sprache seiner Wahlheimat mag er aber noch nicht geben.
Bis 2022 will Toni Kroos in Madrid bleiben – und weiter Spanisch lernen. Zwar verstehe er nach zwei Jahren bei Real alle Fragen, Antworten in der Sprache seiner Wahlheimat mag er aber noch nicht geben. FOTO: dpa
Madrid. Meistens steht Toni Kroos im Schatten einiger der Stars von Real Madrid. Anlässlich der Verlängerung seines Vertrags bis 2022 stand der 26-Jährige aber im Mittelpunkt. Der Weltmeister sei wie der Reis in der Paella, meinte ein TV-Kommentator. Emilio Rappold

Toni Kroos warf sich nach dem Training in Schale und grinste immer wieder über das ganze Gesicht. Elegant in blauem Anzug und passender Krawatte setzte der Weltmeister am Donnerstag seine Unterschrift unter die Verlängerung seines Vertrags beim spanischen Fußball-Rekordmeister und Champions-League-Sieger Real Madrid. Um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2022. Vor den zahlreich erschienenen Journalisten verriet der 26 Jahre alte Mittelfeld-Regisseur anschließend, er erwäge sogar ein Ende seiner Karriere in Madrid. "Das wäre eine sehr gute Option", sagte der frühere Bayern-Profi.

"Ich bin nicht der Typ, der mit 35 oder 36 noch gerne spielen würde", meinte Kroos zu seinen Zukunftsplänen. Für ihn sei es nämlich wichtig, "auf hohem Niveau zurückzutreten". Und er sei auch keiner, "der einen Vertrag nach Lust und Laune" verlängere. Seine Familie fühle sich in der spanischen Hauptstadt sehr wohl. Beide Seiten hätten sich die Verlängerung reiflich überlegt, betonte er.

Einer der bestbezahlten Profis

Nach Berichten spanischer Medien avanciert der gebürtige Greifswalder durch die Verlängerung hinter Megastar Cristiano Ronaldo zu einem der bestbezahlten Profis der Königlichen. Und er überhole auch seine Nationalmannschaftskollegen Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Ilkay Gündogan, hieß es.

Nach zwei "tollen Jahren" sei er "sehr froh", weitere sechs Spielzeiten beim "besten Verein der Welt" kicken zu dürfen, bilanzierte Kroos - und fügte an: "Ich habe mich in meiner Entscheidung bestätigt gefühlt, nach Madrid zu kommen."

Kroos war Mitte 2014 nach dem WM-Titel in Brasilien für geschätzt rund 30 Millionen Euro vom FC Bayern München nach Madrid gewechselt. Im Star ensemble um Ronaldo, Gareth Bale und Sergio Ramos steht er meistens im Schatten seiner Kollegen. Das war am Donnerstag aber ganz anders. Als der Deutsche neben Clubboss Florentino Pérez den Fotografen nach der Unterzeichnungszeremonie im Bernabéu ein Trikot mit der Rückennummer "2022" präsentierte, sagte ein Kommentator des Vereins-Senders "Real Madrid TV": "Kroos ist der unsichtbare Meister, der Chef im Schatten." Ein anderer meinte: "Er ist so unauffällig, aber so immens wichtig wie der Reis in der Paella."

"Señor Constancia"

Das spanische Fernsehen erhob Kroos unterdessen zu "Señor Constancia" (Konstanz): Die Zahlen des Deutschen sprechen Bände: Er schießt kaum Tore (in 108 Pflichtspielen für Real traf er nur vier Mal), mit über 90 Prozent gut gespielter Pässe gilt er aber als bester Zuspieler der LaLiga. Oder wie Real-Trainer Zinedine Zidane sich ausdrückt: "Toni sorgt dafür, dass die anderen glänzen."