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Der Pokal-Experte: Kubis brennt auf die Revanche gegen Babelsberg

2011 scheiterte Sven Kubis mit Laubsdorf an Babelsberg (kl. Foto), 2017 versucht er es mit Ströbitz erneut.
2011 scheiterte Sven Kubis mit Laubsdorf an Babelsberg (kl. Foto), 2017 versucht er es mit Ströbitz erneut. FOTO: sby
Cottbus. Mit Energie Cottbus hat Sven Kubis (42) im Pokal bereits Geschichte geschrieben. Mit Ströbitz trifft das "Phänomen" jetzt auf einen alten Bekannten. Steven Wiesner / swr

Es ist schon sechs Jahre her. Trotzdem hat Sven Kubis diese 88. Minute nicht vergessen. Im Viertelfinale des Landespokals 2011 zwischen Blau-Gelb Laubsdorf und dem SV Babelsberg hat der Torjäger das 1:0 für den Außenseiter aus der 6. Liga auf dem Fuß. Doch Kubis trifft aus kurzer Distanz nur die Latte. Es geht in die Verlängerung. Hier macht der Favorit aus der 3. Liga kurzen Prozess, gewinnt am Ende klar mit 3:0.

Sven Kubis war damals 35 Jahre alt, also eigentlich schon kurz vor dem fußballerischen Ruhestand. Doch der Nimmermüde aus Altdöbern hat dem dritten Frühling noch einen vierten, fünften und sechsten folgen lassen. Er geht mit nunmehr 42 Jahren immer noch auf Torejagd - seit 2014 für den Cottbuser Landesligisten Wacker Ströbitz.

Und so bietet sich Kubis im Sommer 2017 nochmal die Chance, Revanche zu nehmen. Denn an diesem Freitag empfängt Ströbitz in der 2. Landespokal-Runde den Rekordpokalsieger aus Babelsberg.

Für jemanden, der das erste DFB-Pokal-Tor in der Geschichte von Energie Cottbus erzielen und sogar drei Minuten lang im legendären Schneespiel gegen Karlsruhe mitmischen durfte, ist ein Landespokal-Spiel gegen einen Viertligisten kein Karrierehöhepunkt mehr. "Ich werde nicht schlaflos im Bett liegen", sieht Kubis der Partie entspannt entgegen. "Es ist eher ein Highlight für unsere jungen Kerle." Trotzdem freut sich auch der Pokal-Experte auf das Los. "Es ist schon was anderes, als wenn man in der Liga gegen Erkner spielt."

Mit Anfang 40 läuft "Kubi" zwar keinem Verteidiger mehr davon und er steht auch nicht mehr jede Woche in der Startelf. Die Abgezocktheit für das eine oder andere Tor hat er aber noch immer. Mitspieler beschreiben ihn als "Phänomen". Sein Trainer Tino Kandlbinder schätzt den Oldie aber nicht nur wegen seines Torriechers: "Er ist ein Wortführer, unheimlich beliebt und auch in der Kabine wertvoll. Kubi ist aber kein Gute-Laune-Kasper. Er ist ein Vorbild."

Und Vorbilder wie ihn wird es brauchen, will Ströbitz den Regionalligisten aus Potsdam tatsächlich ins Wanken bringen. "Unmöglich ist nichts", so Kubis. Natürlich weiß er, dass man an einem normalen Tag vier Tore von Babelsberg eingeschenkt bekommt. Er weiß aber auch, wie schnell man Babelsberg mal kurz vorm Elfmeterschießen haben und in der 88. Minute den Sieg auf dem Fuß haben kann. Dann aber will Kubis nachholen, was vor sechs Jahren misslang. "Das wäre doch eine Geschichte."

Zum Thema:
Siebtligist Wacker Ströbitz hat mit dem Rekordchampion Babelsberg das vermeintlich attraktivste Los gezogen, das der Brandenburger Fußball nach Energie Cottbus bereithält. Auf der Vereinsseite wird die Paarung als "Spiel des Jahres" beworben. Doch mit dem sportlichen Reiz geht auch ein immenser organisatorischer Aufwand einher, der von einem ehrenamtlich geführten Amateurverein erstmal bewerkstelligt werden will. Der Wacker-Vorsitzende Reinhard Schmidt sagt deshalb: "Freude auf das Spiel verspüre ich noch nicht." Zumal Gerüchte kursieren, dass Fangruppierungen von Energie und Babelsberg die Gelegenheit nutzen, um offene Rechnungen aus dem Skandal-Spiel Ende April zu begleichen. Die Partie wurde vom FLB auf Sicherheitsstufe 3 eingestuft. Schmidt hofft aber, dass am Ende nur über den Sport gesprochen wird - und über eine Sensation seiner Elf. "Vielleicht kann uns dabei ja der Fußball-Gott helfen."