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| 02:40 Uhr

Der Magische und die Teuflische

London. Roger Federer verewigt sich mit seinem achten Triumph in Wimbledon als alleiniger Rekordhalter in der Tennis-Geschichte. Auch Garbiñe Muguruza wird gefeiert. dpa/jam

Als Roger Federer nach dem achten Wimbledon-Triumph seine vier Kinder auf der Tribüne erblickte, schossen ihm doch noch die Tränen in die Augen. Mit dem Handtuch tupfte er sich über das Gesicht, von der Spielerbox schauten die bald achtjährigen Zwillingsmädchen Myla und Charlene und die Jungs Leo und Lenny zu. "Sie haben keine Ahnung, was hier vor sich geht. Sie denken wahrscheinlich, das ist aber eine schöne Aussicht und ein schöner Spielplatz", sagte der 35 Jahre alte Schweizer über die Dreijährigen.

14 Jahre nach seiner Titelpremiere krönte sich Federer erneut zum Wimbledon-Champion und verewigte sich mit seinem achten Triumph auf dem Heiligen Rasen als alleiniger Rekordhalter endgültig in der Tennis-Geschichte. 6:3, 6:1, 6:4 gewann er am Sonntag das Finale gegen den von Blasen am Fuß gehandicapten Kroaten Marin Cilic.

Hatte Federer den Matchball nach nur 101 Minuten noch erstaunlich verhalten gefeiert und nur kurz die Arme in den Nachmittagshimmel gereckt, so fiel später doch die ganze Anspannung ab. "Es fühlt sich großartig an, wieder den Pokal in den Händen zu halten", sagte er mit der goldenen Trophäe in der Hand. "Es ist ein wunderbarer Moment für uns als Familie. Dieses Turnier so gespielt zu haben, ohne Satzverlust, ist magisch, es ist wirklich zu viel."

Einen Tag zuvor hatte Garbiñe Muguruza ihre Wimbledon-Siegpremiere gefeiert, als erst zweite Spanierin nach Conchita Martínez 1994. Als erste Spielerin überhaupt hat die 23-Jährige jetzt beide Williams-Schwestern in einem Grand-Slam-Finale besiegt. Ein Jahr nach ihrem French-Open-Triumph über Serena Williams ließ Muguruza beim 7:5, 6:0 am Ende Venus Williams keine Chance.

"Von welchem Planeten bist du denn gekommen?", fragte das Sportblatt "Marca". "Mundo Deportivo" schrieb: "Gott schütze die Königin". Auf die Frage nach dem Ursprung ihres Siegeswillens antwortete die Wimbledon-Siegerin erfrischend offenherzig: "Ich war schon als kleines Kind ein Teufel. Ich konnte mit meinen Geschwistern nicht Murmeln spielen. Stattdessen fing ich mit drei Jahren an, mit ihnen Tennis zu spielen. Das erklärt die Wut, die ich in einem Wettbewerb verspüre."