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Der lange Schatten der Relegation

Kaiserslautern. Als Torsten Lieberknecht den Presseraum des Fritz-Walter-Stadions betrat, wurden dort auf mehreren Bildschirmen noch einmal die Wochenend-Spiele der Fußball-Bundesliga gezeigt. Solche Momente verfolgen den Trainer von Eintracht Braunschweig seit den verlorenen Relegationsspielen im Mai: Seine Mannschaft muss an Montagabenden noch immer in der Zweiten Liga ran. Sebastian Stiekel

Die Erste Liga darf sie sich nur im Fernsehen anschauen.

Nimmt man allein die ersten vier Saisonspiele als Maßstab, dürfte sich daran auch in einem Jahr nichts ändern. Denn ihrer Rolle als Aufstiegsfavorit wurde die Eintracht auch bei ihrem 1:1 (1:0) beim 1. FC Kaiserslautern nicht gerecht. "Wenn du so ein spätes Gegentor bekommst, ist man natürlich nur bedingt zufrieden", sagte Lieberknecht hinterher. "Aber wir sind weiter ungeschlagen." Der 44-Jährige sucht in diesen Wochen in allem und jedem das Positive.

Das ist seine Antwort auf die schwierige Ausgangsposition, in die eine verlorene Relegation jeden Verein erfahrungsgemäß bringt. Auch die Braunschweiger: Die verlorenen Aufstiegsspiele gegen den Nachbarn VfL Wolfsburg haben bei dieser Mannschaft noch keine Jetzt-erst-recht-Haltung geweckt. Sie spielt bislang eher einen halbherzigen Mal-sehen-was-für-uns-so-geht-Fußball - auch wenn Mittelfeldspieler Mirko Boland vehement widersprach: "Man sollte Kaiserslautern nicht so kleinreden, dass man sagt: Die können gar nichts, die hätten wir in Grund und Boden spielen müssen."

Die vergangenen Spielzeiten zeigen: Von einer verlorenen Relegation hat sich ein Verein nur selten erholt. Nürnberg wurde im Jahr darauf nur 12., Greuther Fürth nur 14. Der Karlsruher SC stieg zwei Jahre später sogar in die 3.Liga ab. Jeder betroffene Club schleppt eine Enttäuschung mit, die Vorbereitung ist um fast zwei Wochen verkürzt, meistens jagen die Erstligisten auch noch die besten Spieler ab.