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Der "King" von Wolfsburg ist gestürzt

Für Dieter Hecking (l.) übernimmt vorerst Valérien Ismaël.
Für Dieter Hecking (l.) übernimmt vorerst Valérien Ismaël. FOTO: dpa
Wolfsburg. 2015 war er noch der "King" von Wolfsburg – ein Jahr später hat es nun auch Dieter Hecking erwischt. Der Trainer des Jahres 2015 ist nur 506 Tage nach seinem persönlich größten Triumph zum ersten Mal in seiner Karriere als Bundesligacoach beurlaubt worden. dpa/jam

Der im Jahr 2016 bitter enttäuschende VfL Wolfsburg sprach am Montagabend von einer "einvernehmlichen Trennung".

"Menschlich tut mir dieser Schritt sehr leid", verkündete Sportchef Klaus Allofs. Noch am Abend zuvor hatte Allofs nach dem 0:1 gegen Aufsteiger RB Leipzig eine Trennung als "Mangel an anderen Ideen" bezeichnet. Gleichzeitig hatte er Hecking offiziell infrage gestellt und einen Tag später seine Ideenlosigkeit mit der Beurlaubung kundgetan: "Nach den zuletzt enttäuschenden Leistungen sind wir zu der Entscheidung gekommen, durch einen Wechsel auf der Cheftrainerposition dem Team neue Impulse zu geben."

Zunächst soll der bisherige Coach des Wolfsburger Regionalligateams, Valérien Ismaël, den Liga-14. auf die Partie am Samstag in Darmstadt vorbereiten.

Lange sah es so aus, als könnten Hecking und Allofs, der den Coach kurz vor Weihnachten 2012 aus Nürnberg geholt hatte, dem VfL endlich Kontinuität und gleichzeitig Erfolg bescheren. Platz elf 2013, Platz fünf 2014, Vizemeisterschaft und Pokalsieg 2015 - lange ging es bergauf. Damals, im Mai 2015, trug Hecking sogar ein Baseball-Cap mit der Aufschrift "King".

2016 folgte der Absturz, nachdem Kevin De Bruyne für 75 Millionen Euro zu Manchester City verkauft worden war. Auf die katastrophale Rückrunde der vergangenen Saison hatte Allofs noch mit einem Kaderumbau reagiert - acht neue Spieler für 42 Millionen Euro, darunter Mario Gomez. Doch auch in dieser Spielzeit läuft es nicht.