| 15:50 Uhr

Kommentar
Der Fußball-Gott schläft in Bayern-Unterwäsche

Steven Wiesner
Steven Wiesner FOTO: Sebastian Schubert / LR
Während Real Madrid nach Paris den nächsten Giganten zugelost bekommt und mit Juventus den Finalgegner der letzten Saison aus dem Weg räumen muss, bespielen die Bayern nach Besiktas Istanbul den FC Sevilla. Und dafür dürfen sie dankbar sein. Von Steven Wiesner

Nein, der FC Sevilla ist natürlich kein Freilos. So etwas gibt es unter den letzten acht Teams in Europa nicht. Trotzdem sollten sich Bayern-Fans gar nicht erst bemühen, den zugelosten Viertelfinal-Gegner in der Champions League und den damit verbundenen Schwierigkeitsgrad zu verklären. Denn Fakt ist: Selbst in der Europa League hätte es mit Atlético Madrid oder Arsenal London zumindest gleichwertige, wenn nicht gar hochkarätigere Konkurrenz gegeben als den Tabellenfünften aus Spanien. Das heißt nicht, dass man eine Mannschaft, die dreimal in Folge die Europa League gewonnen und auch im Old Trafford bestanden hat, nicht ernstzunehmen braucht. Doch führt man sich zu Gemüte, was da noch alles im Lostopf bereitlag, übertreibt man nicht, wenn man behauptet, dass der Fußball-Gott in Bayern-Unterwäsche schläft und Weißwürschte zum Frühstück verputzt. In Turin, Madrid oder Manchester werden sie auch nicht sagen: „Oh guck mal, die Bayern hat’s aber auch schwer getroffen!“ Nein, die sagen: „Mensch, hatten die Bayern wieder Losglück!“ Und genau das können auch Bayern-Fans zugeben.

Andrij Schewtschenko, ehemaliger ukrainischer Fußballspieler und Botschafter des Finalspiels ins Kiew, hält das Los des FC Sevilla. Sevilla wird gegen den FC Bayern München im Viertelfinale antreten.
Andrij Schewtschenko, ehemaliger ukrainischer Fußballspieler und Botschafter des Finalspiels ins Kiew, hält das Los des FC Sevilla. Sevilla wird gegen den FC Bayern München im Viertelfinale antreten. FOTO: Jean-Christophe Bott / dpa