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| 01:00 Uhr

Der „Dicke“ ist wieder da

Diese Nachricht war eine Überraschung. Gestern Abend um 17.33 Uhr gaben die Lausitzer Füchse bekannt, dass Publikumsliebling Sean Gagnon nach Weißwasser zurückkehrt. Das Raubein aus Kanada erhält einen streng leistungsbezogenen Vertrag bis zum Saisonende. Sein Comeback im blau-gelben Trikot soll der 32 Jahre alte Verteidiger voraussichtlich am kommenden Freitag im Heimspiel gegen den SC Bietigheim/Bissingen geben. Von FRANK NOACK

Der „Dicke“ , wie Gagnon wegen des Gewichts von 110 Kilogramm genannt wird, besitzt dank seiner resoluten Spielweise bei den Füchse- Fans längst Kultstatus. Bei den Gegnern verbreiteten seine knallharten Checks dagegen Angst und Schrecken. Und auf diese körperliche Präsenz des ehemaligen NHL-Profis setzt das Tabellenschlusslicht der 2. Bundesliga auch jetzt. „Sean soll innerhalb der Mannschaft eine Führungsrolle übernehmen. Und er soll die nicht immer sichere Abwehr stabilisieren“ , sagt Geschäftsführer René Reinert, der zurzeit in Kanada zum Geburtstag von Ex-Fuchs Todd Gill weilt. Dort hat er in enger Abstimmung mit Chefcoach Fred Carroll die Rückkehr von Sean Gagnon eingefädelt.
Auch in der vergangenen Spielzeit kam Gagnon erst während der Saison zu den Füchsen. In 39 Partien erzielte er elf Tore und bereitete 17 Treffer vor. Vor allem verewigte er sich aber nachhaltig in der Sünderkartei. Mit insgesamt 211 Strafminuten gehörte Gagnon zu den Raubeinen der Liga.
Am Donnerstag hatten die Lausitzer Füchse bereits Torhüter Nolan McDonald verpflichtet (die RUNDSCHAU berichtete), um die Talfahrt der vergangenen Wochen mit nur einem Sieg aus 16 Partien zu beenden. Möglich wurden die Transfers trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation, weil nach Vereinsangaben neue regionale Sponsoren gewonnen werden konnten. „Außerdem gab es mit weiteren Unternehmen aus der Region positive Gespräche“ , erklärt Füchse-Sprecher Andreas Friebel.
In jedem Fall hat sich durch die jüngsten Transfers der Konkurrenzkampf auf den Ausländerpositionen drastisch verschärft. Mit den beiden Neuen Nolan McDonald und Sean Gagnon sowie Daryl Andrews, Richard Rochefort, Morgan Warren, Mats Lindmark, Martin Sekera und Kapitän Mattias Wikström bewerben sich gleich acht Profis um die sechs Kontingentplätze pro Spiel. Lediglich am Dienstag in der Heimpartie gegen Essen stellt sich diese Frage noch nicht, da Wikström wegen einer Spieldauer-Disziplinarstrafe ohnehin gesperrt ist und Gagnon erst am Mittwoch in Weißwasser erwartet wird. Am Freitag gegen Bietigheim hat Chefcoach Fred Carroll dann jedoch die Qual der Wahl. „Auf Namen nehme ich keine Rücksicht. Wer die besten Leistungen anbietet, der spielt“ , heizt er den Konkurrenzkampf schon jetzt an.