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| 18:23 Uhr

Radsport
„Als ob Erich Honecker zu Besuch kommt“

Cottbus. Der Cottbuser Ex-Weltmeister Jens Glücklich verliert mit Lothar Thoms sein großes Vorbild und einen langjährigen Freund. Die Nachricht vom Tod ist ein großer Schock - weil Thoms bei ihm quasi zur Familie gehörte. Von Jan Lehmann

Für Jens Glücklich ist die Nachricht vom Tod von Lothar Thoms ein Schock. Tief
bewegt sagt er: „,Tommy‘ war der beste Freund, den man sich vorstellen kann. Er war auch mein großes Vorbild, ich wollte immer so werden wie er.“ Glücklich war 1985 als 1000-Meter-Weltmeister in Thoms’ Fußstapfen getreten. Beide hatten unter Gerd Müller trainiert. Glücklich berichtet: „Als ich auf die Sportschule gekommen bin, war er mein Idol und ich habe ihn ,Herr Thoms‘ genannt. Doch das wollte er partout nicht. Wir wurden schnell Freunde.“ Glücklich erinnert sich gern daran, dass Lothar Thoms oft bei seiner Familie zu Gast war. „Als er das erste Mal kam, hat meine Mutter einen Kaffeetisch gedeckt, als ob Erich Honecker zu Besuch kommt.“ Doch der berühmte Olympiasieger entpuppte sich schnell als echter Kumpel, der später sogar zu Glücklichs Eltern „Mutti“ und „Vati“ sagte. Die Freundschaft hielt, Jens Glücklich und Lothar Thoms halfen sich gegenseitig in schwierigen Zeiten. „Wir waren füreinander da“, erzählt Glücklich, der sagt: „Lothar war ein wunderbarer Sportler, aber als Mensch war er der Allerbeste.“