ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:08 Uhr

Radsport
Olympiasieger Lothar Thoms ist verstorben

Der Cottbuser Lothar Thoms ist im Alter von 61 Jahren verstorben.
Der Cottbuser Lothar Thoms ist im Alter von 61 Jahren verstorben. FOTO: M. Behnke / LR
Cottbus. Diese Nachricht macht die Lausitzer Sportwelt traurig: Der Bahnrad-Olympiasieger Lothar Thoms ist im Alter von 61 Jahren verstorben. Von Jan Lehmann

Er war ein Held der großen Cottbuser Radsportgeschichte, nun ist Lothar Thoms am Sonntag im Alter von 61 Jahren im Krankenhaus in Forst verstorben. Das wurde der RUNDSCHAU von der Familie von Thoms sowie dem RSC Cottbus bestätigt. Thoms hinterlässt eine Lebensgefährtin sowie zwei Kinder und ein Enkelkind.

Der gebürtige Gubener war wegen einer Nekrose, also dem Absterben von Gewebezellen, behandelt worden. Dafür musste ihm im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum sein linker Unterschenkel amputiert werden. Auf ausdrücklichen Wunsch von Thoms hatte die RUNDSCHAU über diesen schweren Kampf des Radsport-Idols berichtet.

Thoms hatte bereits 2002 einen Schlaganfall erlitten, sich davon aber wieder gut erholt und sogar eine Selbsthilfegruppe geleitet.

Lothar Thoms war vierfacher Weltmeister und Olympiasieger im 1000-Meter-Zeitfahren.
Lothar Thoms war vierfacher Weltmeister und Olympiasieger im 1000-Meter-Zeitfahren. FOTO: Karlheinz Friedrich, Leipzig / LR

Zwischen 1977 und 1981 hatte Lothar Thoms viermal in Folge den Weltmeister-Titel über die 1000 Meter gewonnen und sich 1980 in Moskau die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen geholt. Der Weltradsportverband Union Cycliste Internationale wählte Thoms 1981 zum „weltbesten Radsportler“. Außerdem wurde er „DDR-Sportler des Jahres“".

Lothar Thoms startete für den SC Cottbus. Sein Trainer war Gerd Müller. Nach dem Ende seiner Laufbahn im Jahr 1985 arbeitete er als Sportfunktionär und nach dem Ende der DDR als Verwaltungsangestellter und als Physiotherapeut.

Nach seinem Karrierende hatte er zudem als Trainer beim RSC Cottbus gearbeitet. Bernd Kühner, Präsident des RSC, erklärte am Dienstag: „Ich bin sehr erschrocken über diese Nachricht. Wir verlieren mit Lothar jemanden, der immer mit dem Radsport verbunden war. Er war nicht nur ein äußerst erfolgreicher Sportler, sondern er hat dem Verein auch nach der Karriere etwas zurückgegeben. Lothar war Trainer und hat beispielsweise ja auch unsere Weltmeisterin Stephanie Gaumnitz trainiert. Stephanie, die ihre Karriere beendet hat, wird am Freitag im Verein feierlich verabschiedet. Zu diesem Anlass werden unsere Gedanken natürlich auch bei Lothar sein.“