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Dembélé "ein guter Junge" – aber immer noch abwesend

Verscherzt es sich auch mit seinen Mitspielern: Ousmane Dembélé.
Verscherzt es sich auch mit seinen Mitspielern: Ousmane Dembélé. FOTO: dpa
Dortmund. Ousmane Dembélé muss weiter Kritik von vielen Seiten über sich ergehen lassen – und sein erhoffter Transfer zum FC Barcelona ist immer noch in weiter Ferne. "Barcelona ist dem Wunsch, Dembélés Transfer zu realisieren, keinen Millimeter näher gekommen", sagte Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund dem "kicker". dpa/swr

Zuvor hatte Barça-Manager Pep Segura erklärt, die Katalanen stünden dicht vor einer Verpflichtung des Franzosen. "Was er erzählt, kann ich mir nicht erklären", entgegnete Watzke. "Und wenn, dann höchstens dadurch, dass Real Madrid seine Mannschaft in den Supercup-Spielen schwindelig gespielt hat."

Nach Angaben des "kicker" hat es seit neun Tagen keinen Kontakt zwischen beiden Vereinen gegeben. Barça will sowohl den 20 Jahre alten Offensivspieler als auch Philippe Coutinho vom FC Liverpool. Eine Rückkehr Dembélés in die Reihen des BVB ist derzeit schwer vorstellbar, zumal auch die Dortmunder Kollegen von ihm abrücken. So kritisierte Abwehrchef Sokratis im "kicker"-Interview das Verhalten des Offensivspielers, der nach unentschuldigtem Fehlen beim Training suspendiert ist und den Kontakt vermeidet. "Er kann nicht einfach machen, was er will", sagte der Grieche. "Ousmane hat sich keinen Gefallen getan, in einen Streik zu treten. Wir brauchen Spieler, die sich nicht ausgrenzen und Teil unserer Familie sein wollen." Trainer Peter Bosz stimmte Sokratis zu: "Was Ous gemacht hat, ist nicht gut, aber er ist ein guter Junge."

Derweil übte auch der frühere BVB-Coach Matthias Sammer Kritik. Dembélés Verhalten sei "ein absolutes No-Go". "Das, was da passiert, ist eine viel größere Katastrophe als zum Beispiel irgendwelche Summen mit Neymar." Die Spielergewerkschaft VDV verurteilte Dembélés Vorgehen ebenfalls, warb aber auch um Nachsicht. "Wir empfehlen natürlich niemandem, seinen arbeitsvertraglichen Pflichten nicht nachzukommen", sagte Geschäftsführer Ulf Baranowsky der Deutschen Presse-Agentur. "Aber man muss auch bedenken, dass wir es mit einem sehr jungen Spieler zu tun haben. Oftmals sind diese nur ein Spielball von Beratern, Vermittlern und Clubs."