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Davies mit Doppelsieg auf Lausitzring

Sie dominierten beide Superbike-Rennen auf dem Lausitzring: Chaz Davies (7) und Jonathan Rea (1).
Sie dominierten beide Superbike-Rennen auf dem Lausitzring: Chaz Davies (7) und Jonathan Rea (1). FOTO: Steffen Rasche
Klettwitz. In der Superbike-Weltmeisterschaft fährt der Ducati-Pilot dem Kawasaki-Spitzenduo an beiden Tagen davon. Lokalmatador Stefan Bradl muss am Samstag verletzt passen und wird am Sonntag 13. Sven Hering

Den Siegerpott reckte er stolz in die Höhe und strahlte mit der Sonne um die Wette. Nachdem der Brite Chaz Davies schon das erste Rennen am Samstag für sich entscheiden konnte, fuhr er auch am Sonntag als Erster über die Ziellinie. "Ich hatte nicht eine super Runde, aber ich hatte die nötige Pace, um 21 Runden vorn zu bleiben", erklärte Davies nach seinem Erfolg am Samstag. Schon nach der ersten Runde sah man den Briten an der Spitze fahren. Das Kawasaki-Duo mit Tom Sykes und dem amtierenden Weltmeister Jonathan Rea war allerdings immer in Reichweite. Doch wirklich attackieren konnten die beiden Teamkollegen ihren britischen Landsmann nicht.

WM-Spitzenreiter Jonathan Rea gelang insgesamt ein solides Wochenende. Nach seinem zweiten Platz im ersten Rennen wurde er auch am Sonntag Zweiter. Reas Teamkollege Tom Sykes, ärgster Verfolger des Gesamtführenden, hatte hingegen einige Schwierigkeiten. Nach Platz drei am Samstag beendete er den Sonntag auf dem vierten Platz.

Eine Enttäuschung mussten die deutschen Motorsportfans am Samstag hinnehmen. Denn Lokalmatador Stefan Bradl hatte nach einem Sturz im freien Training am Freitag das Stoppsignal von den Rennärzten bekommen. Dabei hatte sich der Bayer bei seiner Rückkehr an den Lausitzring einiges vorgenommen. Eine Top-Ten-Platzierung sollte es für den 27-Jährigen schon sein. Bradl: "Wenn man nicht fahren kann, ist die Enttäuschung natürlich groß. Vor allem, wenn es beim Heimrennen ist. Es hätte aber keinen Sinn gemacht, irgendetwas zu riskieren."

Nach einem Motorschaden an der Maschine von Alex Lowes war beim freien Training Öl auf die Strecke gelangt. Bradl hatte keine Chance. "Da waren keine Flaggen, die Öl angezeigt haben", ärgerte er sich gegenüber dem Online-Magazin Speedweek. Ohne Vorwarnung war ihm das Vorderrad weggerutscht. Die Fireblade überschlug sich daraufhin im Kies. "Das sind sicher 30 000 Euro Schaden, aber viel wichtiger ist, dass der Fahrer okay ist", so der Technische Manager Pieter Breddels gegenüber Speedweek.

"Es ist wirklich zu dumm, dass dies passieren musste. Es tut mir auch für die Fans sehr leid", erklärte Stefan Bradl. Im zweiten Rennen am Sonntag war der Honda-Pilot dann vom Start weg in Positionskämpfe verwickelt und wurde am Ende 13. "Ich bin froh, dass ich überhaupt fahren konnte. Die Schmerzen im linken Arm waren ertragbar. Trotzdem bin ich weit davon entfernt, 100 Prozent fit zu sein. Die Platzierung entspricht natürlich nicht den Erwartungen", erklärte er. Die Strecke mit den vielen Bodenwellen verlange eine sehr fein abgestimmte Elektronik. "Doch das ist nach wie vor unsere größte Schwachstelle", so Bradl. "Wir waren hinsichtlich der Pace einfach zu langsam. Diese Tatsache schmerzt eigentlich mehr als mein Arm. Ich bin daher mit der Gesamtsituation überhaupt nicht zufrieden."

Für eine Überraschung sorgte der zweite deutsche Starter Markus Reiterberger (Van Zon Remeha BMW). Er lieferte schon am Samstag eine starke Performance ab und wurde 13. Am Sonntag kam sogar noch ein neunter Platz dazu. Damit verlief sein Wildcard-Einsatz an diesem Wochenende durchaus vielversprechend.

Gut 31 000 Fans pilgerten an den drei Tagen auf den Lausitzring. Ob es hier im nächsten Jahr eine Fortsetzung der Superbike-Rennserie geben wird, ist nach dem Verkauf der Rennstrecke an die Dekra ungewiss.