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| 02:49 Uhr

"Das wird schon wieder, Mama"

Cottbus. Stephanie Pohl vom RSC Cottbus hatte eigentlich schon mit dem Radsport aufgehört. Nach der Geburt von Tochter Nele im Mai 2009 kam die 24-Jährige aber stärker und besser zurück als zuvor. In London gehört Stephanie Pohl zur deutschen Olympia-Mannschaft. Thomas Juschus

Wenn andere Leistungssportlerinnen in ihrem Alter zu einer Trainings- oder Wettkampfreise aufbrechen, ziehen sie in den allermeisten Fällen die Tür hinter sich zu - und los geht's. Vielleicht ist noch die Versorgung des Katers zu regeln. Für Stephanie Pohl steckt dagegen immer eine logistische Herausforderung dahinter. Und manchmal gibt es auch ein paar Abschiedstränen. Schließlich ist die 24-Jährige junge Mutter.

"Wir müssen jede Woche komplett von früh bis spät durchplanen", berichtet Stephanie Pohl, die sich neben der Unterstützung durch ihren Lebenspartner Michael Gaumnitz (38) großer Unterstützung aus ihrer Familie erfreut. Mutter Carola, Oma Rosemarie und Tante Gisela übernehmen gern die Betreuung der kleinen Nele, die ansonsten den Kindergarten in Kolkwitz besucht. Ab und an reist die Dreijährige sogar schon in kleinere Trainingslager mit. "Auf dem Laufrad ist Nele auch schon gut unterwegs", berichtet die stolze Mutter über ihren Nachwuchs.

Heimisch geworden ist die junge Familie in Kunersdorf (Spree-Neiße). "Wir haben hier ein altes Haus und bauen das aus", berichtet Stephanie Pohl. Ihr Zuhause und vor allem die Familie sind für die Stabsgefreite der Sportförderkompanie der Bundeswehr inzwischen Kraftquelle. "Beide geben mir viel Halt und Kraft und bauen mich wieder auf, wenn es mal nicht so lief. Nele sagt dann immer: ,Ist nicht so schlimm, das wird schon wieder, Mama'", erzählt Stephanie Pohl.

2011 gab es wenig Grund zum Trösten, da lief es sportlich fast perfekt für Stephanie Pohl. Aus diesem Grund hat sie den Sprung in die deutsche Olympia-Mannschaft geschafft - als Ersatzfahrerin. "Trotzdem: eine tolle Sache. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet", sagt Stephanie Pohl, die jetzt natürlich von einem Einsatz auf dem Londoner Bahn-Oval in der Mannschaftsverfolgung der Frauen träumt.

Lebenspartner Michael Gaumnitz hält ihr dazu nicht nur oft den Rücken frei, sondern befördert auch den sportlichen Weg der jungen Athletin maßgeblich - als ihr Heimtrainer am Stützpunkt in Cottbus. Umfeld und Paar haben sich inzwischen mit der nicht alltäglichen Situation arrangiert. "Wir gehen professionell mit der Situation um. Im Sport ist Michael mein Trainer, zuhause mein Partner", beschreibt Stephanie Pohl. "Alle verstehen das und können damit umgehen."