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„Das war eine Katastrophe“

Andreas Bretschneider bekam für seine Übung 14,566 Punkte.
Andreas Bretschneider bekam für seine Übung 14,566 Punkte. FOTO: dpa
Als Dritter hat sich Titelverteidiger Andreas Bretschneider für das Reck-Finale beim 38. Turnier der Meister qualifiziert. Doch der 24-Jährige ist noch nicht zufrieden mit seiner Übung. Er will am Sonntag nachlegen.

Andreas Bretschneider, sind Sie mit Ihrer Reckübung zufrieden?
(lacht) Nein, das war nichts. Hat man das nicht gesehen?

Sie sind immerhin Dritter in der Quali geworden.
Ja, aber das war eine Katastrophe. Ich habe von vorne bis hinten gekämpft. Das war auch nicht die Übung, die ich zeigen wollte, sondern eine abgespeckte Variante. Beim Abgang hatte ich auch noch Probleme, das war wirklich nichts Besonderes.

Also Fazit: Durchgekämpft?
Ja. Und das war an dieser Stelle auch ganz wichtig. Nachdem ich mich am Donnerstag an der Schulter verletzt habe, war ja lange unklar, ob ich überhaupt ans Reck gehen kann.

Hatten Sie Schmerzen?
Ja, starke Schmerzen. Vor allem im Vorfeld. Deswegen ist es auch wichtig, dass ich das Ding durchgezogen habe. Ich war zuvor etwas unsicher, ob es funktioniert.

Also ein Erfolg für den Kopf?
Genau. Wir sind ja erst beim Einstieg in die Saison. Und wenn das schon schlecht losgeht, dann schleppt man das lange mit. Jetzt will ich mich neu konzentrieren und im Finale eine ordentliche Übung anbieten. Dann schauen wir einfach mal, wofür es reicht.

Wie beurteilen Sie die Konkurrenz?
Brooks und Verniaiev sind sicher gut, aber auch schlagbar. Absoluter Favorit war für mich eigentlich der Japaner gewesen, doch der ist nach einem Patzer raus. Wenn ich mich konzentriere und eine gute Übung abliefere, bin ich vorne dabei.

Was würde für Sie die Titelverteidigung bedeuten?
Danach schaue ich jetzt noch nicht. Ich zähle einfach die guten Übungen, und die müssen definitiv mehr sein, als die, die ich verturne. Das ist für den Kopf wichtig, damit ich dann bei den großen Wettkämpfen wie WM oder EM auch ordentliche Leistungen abliefern kann. In diesem Jahr hatte ich noch nicht so viele gute Übungen, deswegen will ich am Sonntag nachlegen.

Ist Cottbus für Sie ein gutes Pflaster?
Es ist ja erst mein zweiter Start beim Turnier der Meister. Und mit dem Sieg beim Debüt lief es im Vorjahr ja richtig gut - da freut man sich, wieder herzukommen. Außerdem ist das für mich ein Heim-Weltcup.

Sie haben für den SC Cottbus in der Bundesliga geturnt.
Genau. Und daher kenne ich noch viele Leute. Da drücken mir sicherlich noch einige die Daumen - das macht schon Spaß.

Mit Andreas Bretschneider sprach Jan Lehmann