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| 02:43 Uhr

"Das ist der Wahnsinn!"

Die fünfte WM-Medaille ist für Felix Neureu ther eine ganz besondere.
Die fünfte WM-Medaille ist für Felix Neureu ther eine ganz besondere. FOTO: dpa
St Moritz. Inmitten dieses famosen Happy Ends konnte selbst der erfahrene Felix Neureuther die Tränen nicht mehr zurückhalten. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille im WM-Slalom von St. dpa/noc

Moritz drehte sich der Skirennfahrer aus Partenkirchen immer wieder schluchzend weg. "Das ist der Wahnsinn!", sagte der 32-Jährige, "jetzt kommt einfach alles hoch."

Im wohl letzten WM-Rennen seiner Karriere hatte Neureuther am Sonntag eine atemberaubende Aufholjagd von Rang zehn im ersten Lauf bis auf das Podest hingelegt und seine fünfte WM-Medaille gefeiert. Zugleich bescherte er dem Deutschen Skiverband im Engadin doch noch das ersehnte Edelmetall. "Es hat mich im Vorfeld geärgert, dass man gesagt hat, der Neureuther holt keine Medaille, es müssen andere richten", berichtete er. "Es ist schon eine große Last abgefallen. Das ist sehr emotional für mich, das muss ich wirklich sagen", bekannte Neureuther und erinnerte sich an all die Jahre im alpinen Ski-Zirkus sowie vor allem die schwierige Zeit bei dieser WM in St. Moritz mit enttäuschenden Ergebnissen und zu allem Überfluss auch noch einer Rückenblessur. "Eigentlich hat es hier nicht schlechter laufen können", betonte Neureuther, ehe ihm wieder die Stimme versagte. "Normal bin ich nicht so eine Pussy, aber heute...".

Als die Medaille sicher war, hatte Neureuther vor zigtausenden Fans am Fuße der Corviglia-Piste ein lautes "Yes!!!" gebrüllt, war in den Zielauslauf gerannt und hatte den österreichischen Weltmeister Marcel Hirscher umarmt. Dieser schien ebenso baff über den Podiumsrang seines Kumpels zu sein wie dieser selbst. "Felix, was machst du denn hier?", fragte Hirscher und freute sich "gewaltig" für Neureuther, mit dem er sich seit Jahren packende Duelle auf der Piste liefert. Die Silbermedaille ging an Hirschers Teamkollegen Manuel Feller. Neureuther feierte in der Schweiz seine insgesamt fünfte WM-Medaille. Auf dem Sieger podest schloss er die Augen und genoss den Jubel der Fans. "Jetzt stehe ich hier oben, das ist so emotional, weil man auch viel mitgemacht hat", sagte Neureu ther und erinnerte an all jene, die in schwierigen Zeiten für ihn da waren, vor allem seine Freundin Miriam Gössner. "Man denkt an alle, an die Miri zu Hause, der es nicht gut geht. Das ist wirklich für sie, das muss ich sagen."