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Dardai attackiert Tuchel: "Männersport"

Berlin. Es ist die Spitzenpartie des siebten Spieltags: Der Tabellenzweite Hertha reist zum Dritten Dortmund. Als ob allein das noch nicht reicht – Hertha-Trainer Dardai legt sich mit Kollege Tuchel an. Überflüssige Fouldebatte, Männersport oder nur Ablenkung? Marc Zeilhofer / dpa/noc

Pal Dardai geht vor dem Bundesliga-Spitzenspiel von Hertha BSC bei Borussia Dortmund seinen Trainerkollegen an. Die von Thomas Tuchel angezettelte Foul-Diskussion bezeichnete Dardai als "grenzwertig" und ergänzte: "Wir sind die zweitfairste Mannschaft, ich beschwere mich nicht wie Herr Tuchel, das ist Männersport."

Tuchel hatte sich nach der Dortmunder Niederlage bei Bayer Leverkusen über eine zu harte Gangart des Gegners beklagt. Vor dem Duell des Berliner Tabellenzweiten beim westfälischen Tabellendritten an diesem Freitag (20.30 Uhr/Sky) ist durch die Foul-Debatte so für weitere Brisanz gesorgt. Dardai sieht nämlich auch Folgen für das Binnenklima in der Fußball-Bundesliga. "Da kann man als Trainer untereinander reden. Ich glaube, das war nicht eine kluge Aussage. So steht nur der Schiedsrichter unter Druck", fügte der Ungar hinzu. Er kläre Unstimmigkeiten lieber direkt mit den Unparteiischen. Seine Mannschaft sei hinter Dortmund die zweitfairste Bundesliga-Mannschaft, daher die Diskussion überflüssig. Hertha-Manager Michael Preetz sieht das ähnlich: "Es ging wohl darum, etwas abzulenken."

Preetz empfindet die Hertha trotz der derzeitigen Tabellen situation nicht als ersten Jäger von Rekordmeister Bayern München. "Dass wir Dortmund nicht auf Augenhöhe begegnen, das weiß jeder. Aber es weiß auch jeder, dass wir gegen Dortmund auch schon mal überraschen konnten." Dardai will vor dem BVB bleiben. "Das heißt: Punkt Minimum", sagte der Ungar.

Der Coach hofft, dass sich die Nationalspieler bei ihren WM-Qualifikationspartien keine weiteren Blessuren zugezogen haben. Für Genki Haraguchi plant er eine besondere Maßnahme. Der Japaner schoss für sein Land in zwei Spielen zwei Tore und soll nun mit einem Spezialmenü die stressige An reise aus Asien samt Zeitverschiebung besser verkraften. Der ungarische Hertha-Trainer stellt Haraguchi grinsend kräftiges Essen in Aussicht: "Ich muss ihn erstmal mit Gulasch vollstopfen, damit er nach seiner langen Reise fit wird."