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Dahlmeier holt auch Gold mit der Staffel

Lauf Laura, lauf! Franziska Hildebrand (r.) übergibt an Schlussläuferin Dahlmeier.
Lauf Laura, lauf! Franziska Hildebrand (r.) übergibt an Schlussläuferin Dahlmeier. FOTO: dpa
Hochfilzen. In einem wahren Krimi läuft das deutsche Quartett zum Titel. Für die Königin von Hochfilzen ist es ein ganz besonderer Sieg. Sandra Degenhardt und Volker Gundrum

Nach ihrem Sturmlauf zu Staffel-Gold und in die Geschichtsbücher hat Deutschlands neue Biathlon-Königin Laura Dahlmeier erneut einen Schwächeanfall erlitten. Nach dem Zieleinlauf bei der WM in Hochfilzen blieb die Schlussläuferin völlig entkräftet liegen, ehe ihre Teamkolleginnen Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt und Franziska Hildebrand sie auf die Schultern nahmen und ihren Staffel-Titel sowie Dahlmeiers viertes WM-Gold in Tirol feierten. "Es ist gigantisch, aber ich möchte herausheben, dass wir ein ganz tolles Team sind", sagte Dahlmeier am Freitag kurz nach dem Finale in der ARD.

Doch schon bei der Flower Zeremonie kurz darauf sah die 23-Jährige blass aus und lächelte angestrengt. Unmittelbar vor der anschließenden Pressekonferenz musste sie dann die Beine hoch legen, ehe sie vom Podium weggeführt und in einem anderen Raum vom Teamarzt Klaus-Jürgen Marquardt behandelt wurde. Bereits am Mittwoch hatte Dahlmeier nach ihrem WM-Titel im Einzel einen Kreislaufkollaps wegen Blutdruckproblemen erlitten. Das schien sich nun zu wiederholen.

Mit einer wahren Energie-Leistung hatte Dahlmeier nach ungewohnter Schwäche am Schießstand das Staffel-Gold noch gerettet. Mit zwei Nachladern beim letzten Schießen hatte sie es noch mal spannend gemacht und den Sieg mit 6,4 Sekunden vor der Ukraine und 8,1 Sekunden vor Frankreich ins Ziel gerettet. Doch das hatte sie alle Kräfte gekostet.

Dank des zehnten Sieges einer deutschen Damen-Staffel durfte Dahlmeier einen WM-Rekord feiern. Sie holte als erste Skijägerin zehn WM-Medaillen in Serie.

Der letzte Akt der Dahlmeier-Festspiele in Tirol soll der Massenstart am Sonntag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) werden. Da könnte die 23-Jährige mit ihrem fünften Titel das schaffen, was im Biathlon-Sport noch niemals einer Frau oder einem Mann gelang. Ob sie allerdings voll bei Kräften ist, ist vorerst fraglich.

In einem Punkt ist Laura Dahlmeier jetzt sogar schon besser als Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner, die als beste Ausbeute dreimal Gold und zweimal Silber bei einer WM mitnehmen konnte. Dahlmeier hat in Tirol schon viermal Gold und einmal Silber gewonnen.

Zusammen mit Hinz, Hammerschmidt und Hildebrand holte Dahlmeier den zehnten Sieg für eine deutsche Damen-Staffel in 22 Jahren. Nach drei Erfolgen in den drei Saisonrennen war das deutsche Quartett als Topfavorit bei schwierigen äußeren Bedingungen in das drittletzte WM-Rennen gestartet. "Eine Staffelmedaille ist immer der Wahnsinn", sagte Startläuferin Hinz, die sich nach Gold in der Mixed-Staffel nun Doppel-Weltmeisterin nennen darf.

Auf tiefer Spur benötigte Hinz zwei Nachlader, übergab als Dritte mit einem Rückstand von 10,6 Sekunden auf Frankreich an Hammerschmidt. Überfliegerin Dahlmeier übernahm mit einem Vorsprung von 9,7 Sekunden vor Olympiasieger Ukraine - was sollte da noch schiefgehen? Doch gleich der erste Schuss ging daneben, zwei Nachlader waren es dann im Stehendanschlag. Aber Laura Dahlmeier wäre nicht Laura Dahlmeier, wenn sie den Sieg nicht noch gerettet hätte.