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"CR14,7" lächelt den Steuer-Ärger weg

Cristiano Ronaldo schüttelt die Negativschlagzeilen ab – das ist zumindest sein Plan.
Cristiano Ronaldo schüttelt die Negativschlagzeilen ab – das ist zumindest sein Plan. FOTO: dpa
Kasan. Im fernen Russland lächelt Cristiano Ronaldo den Steuer-Ärger aus der sportlichen Heimat einfach weg. Beim Fangenspielen mit Real-Kumpel Pepe auf dem Trainingsrasen von Rubin Kasan scheinen die schweren Vorwürfe kurz vor Beginn des Confed Cups weit entfernt. dpa/noc

Und doch wird die nächste Titelmission des Weltfußballers mit Portugal massiv von der Millionen- Affäre überschattet.

So kämpft der Europameister beim Turnier der Kontinental-Champions nicht nur um die nächste Trophäe, sondern auch um den Ruf seines Anführers. Nachdem Ronaldos Anwälte und Manager die Unschuld ihres Mandanten beteuerten und Real Madrid seinem Superstar beisprang, erhält der 32-Jährige in Russland die erste Rückendeckung bereits am Donnerstagmorgen. "Es gibt keine Worte um zu beschreiben, wie er sein Land vertritt", schwärmt Abwehrroutinier Bruno Alves im engen Presseraum in höchsten Tönen von Ronaldo. "Er ist ein Idol, sogar für uns Spieler. Ich hoffe, dass er auch für Portugal so oft trifft."

Über den verbandseigenen Twitteraccount vermittelt auch Ronaldo wenig später den Eindruck von Normalität, lässt auf dem Foto mit seinem Teamkollegen die mächtigen Bizepsmuskeln spielen. Angesichts seines unbändigen Hungers nach mehr Anerkennung und noch mehr Titeln stand nie zur Debatte, ähnlich wie zahlreiche deutsche Weltmeister die Chance auf eine weitere Ehrung verstreichen zu lassen. "Es wird in unsere Geschichtsbücher eingehen", sagte der viermalige Weltfußballer schon vor der ersten Teilnahme seines Heimatlands am Confederations Cup. "Der Turniersieg wäre natürlich ein Traum." Die Negativschlagzeilen will er ähnlich lässig abschütteln wie er es sonst mit seinen Gegenspieler erledigt. Ronaldo soll nach einer Anzeige der für Wirtschaftsdelikte zuständigen Staatsanwaltschaft in Spanien zwischen 2011 und 2014 gut 14,7 Millionen Euro hinterzogen haben - weshalb CR7 inzwischen medial als CR14,7 verspottet wird. Ein Ermittlungsrichter muss nun über die Einleitung eines Strafverfahrens entscheiden. Ronaldo drohen eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren sowie eine Geldstrafe von 28 Millionen Euro - ein schnelles Urteil erscheint jedoch unwahrscheinlich.

Inwiefern das Image Ronaldos dauerhafte Kratzer bekommt, bleibt abzuwarten. In Kasan prangt das Gesicht des portugiesischen Nationalhelden makellos in bunten Farben auf einer kompletten Hauswand. Ronaldo lächelt darauf.