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| 18:05 Uhr

Turnen
Cottbuser Turner träumt von der WM

Zu Höhenflügen wird Christopher Jursch nach seiner Verletzung wohl noch nicht ansetzen können. Trotzdem hofft der Cottbuser insgeheim auf eine Teilnahme an der WM in Doha.
Zu Höhenflügen wird Christopher Jursch nach seiner Verletzung wohl noch nicht ansetzen können. Trotzdem hofft der Cottbuser insgeheim auf eine Teilnahme an der WM in Doha. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus/Stuttgart. Christoper Jursch kämpft in Stuttgart um eines der begehrten WM-Tickets. Nach seiner Schulter-OP ist das ein ambitioniertes Unterfangen. Von Jan Lehmann

Zweimal war Christopher Jursch schon bei einer Turn-Weltmeisterschaft dabei. 2013 legte der Cottbuser mit 21 Jahren in Antwerpen ein durchaus beachtliches Debüt hin, 2015 schaffte er es in Glasgow nicht über die Rolle des Ersatzturners hinaus. Wenn der inzwischen 25-Jährige am Samstag bei der WM-Qualifikation in Stuttgart an die Geräte geht, dann turnt da auch der Traum mit, noch einmal bei diesem Großereignis dabei zu sein. Die WM findet in diesem Jahr vom 25. Oktober bis zum 3. November in Doha (Katar) statt. „Noch einmal eine WM zu erleben, das würde ich mir natürlich wünschen“, sagt Jursch zurückhaltend. Er weiß, dass dieses Ziel für ihn in diesem Jahr nicht nur geografisch ziemlich weit weg ist. Nach seiner Schulteroperation ist der Leistungsträger der Bundesliga-Riege des SC Cottbus Turnen erst jetzt soweit, dass er wieder einen Sechskampf anbieten kann. Und das ist wichtig: Bundestrainer Andreas Hirsch wird am Ende fünf Turner nominieren, die mit der deutschen Riege zumindest ins WM-Finale einziehen sollen. Jursch sagt: „Die anderen Turner sind mir noch etwas voraus und können schwierigere Übungen anbieten.“ Aber am Ende geht es darum, wer seine Übung sauber auf die Matte bringt. Jursch sagt: „Ich versuche, meinen Sechskampf durchzubringen. Dann werde ich sehen, wozu das reicht.“

Wichtiger als Stuttgart ist für ihn noch der Wettbewerb in zwei Wochen in Leipzig. Die deutschen Turn-Meisterschaften in der Messestadt sind Teil zwei der WM-Qualifikation und gleichzeitig der entscheidende Wettkampf für den Kaderstatus der Athleten. Wegen seiner Schulterverletzung war Jursch zuletzt im CBS-Kader für die verletzten Athleten geführt worden. Nun muss er nachweisen, dass er weiter seinen B-Kader-Status behalten kann. Dort werden Sportler eingeordnet, die laut Deutschem Olympischen Sportbund die „deutliche Perspektive aufweisen, in absehbarer Zeit das Weltniveau zu erreichen“. Davon hängt dann auch die Förderung für den Sportler ab. Dieser Wettkampf ist wichtig für Jursch. Eine Einzelmedaille hat er bei den Deutschen Meisterschaften natürlich auch im Blick. „Am Reck bin ich mit meiner Übung nicht so weit weg von den anderen“, sagt der Cottbuser. Leipzig ist ihm eben deutlich näher als Doha.