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Cottbuser Top-Sprinter wechselt nach Potsdam

Bei den Europäischen Jugendspielen waren Marie Scheppan und Dominik Wache für das deutsche Team nominiert.
Bei den Europäischen Jugendspielen waren Marie Scheppan und Dominik Wache für das deutsche Team nominiert. FOTO: privat
Cottbus. Dominik Wache startet an diesem Wochenende bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm zum letzten Mal für den LC Cottbus. Sven Hering

Ausnahmesprinter Dominik Wache wird an diesem Wochenende bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm zum letzten Mal für den LC Cottbus an den Start gehen. Mit Beginn des neuen Schuljahres wechselt der 16-Jährige an die Sportschule nach Potsdam. So sieht es das Regionalkonzept vor, nach dem die besten Talente nach der zehnten Klasse von der Lausitzer Sportschule in die Landeshauptstadt delegiert werden.

Andrea Schieskow, die den derzeit schnellsten Sprinter Brandenburgs in den vergangenen Jahren betreut hat, sieht den Wechsel ihres Schützlings mit gemischten Gefühlen. "Natürlich hätte ich ihn gern weiter trainiert", sagt sie. Andererseits habe er in Potsdam bei Landestrainer Kai-Uwe Meier die Möglichkeit, neue Trainingsinhalte kennenzulernen. "Diese werden ihn in seiner Entwicklung weiterbringen", betont sie. Kai-Uwe Meier ist voll des Lobes über den Neuzugang aus Cottbus. "Dominik hat bereits im vergangenen Jahr mit uns ein Sprint-Trainingslager absolviert, ich war von seinem Auftreten sehr angetan", erzählt er. "Seine Leistungen sprechen ohnehin für sich." Er komme nach den Ferien in eine sehr starke Truppe. "Er kann hier in hoher Qualität trainieren", so Meier. Der 16-Jährige freut sich auf den nächsten Schritt. An der Sportschule in der Landeshauptstadt will er sein Abitur machen. Dafür bekommt er mehr Zeit. "Ich bin in einer Streckerklasse, das bedeutet, ich mache das Abi in vier Jahren, somit lassen sich Sport und Schule noch besser miteinander verbinden", so Wache.

Doch zuvor wird er an diesem Wochenende noch einmal für den LC Cottbus auf Medaillenjagd gehen. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm ist Wache für die 100 Meter, 200 Meter und für die Sprintstaffel gemeldet. Vor allem Letztere hat gute Chancen, auf dem Podium zu landen. Das Team mit Florian Lang, Malte Pohl, Julius Hendel und eben Dominik Wache qualifizierte sich am späten Nachmittag mit der zweitbesten Zeit für das Finale am Abend (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe).

Die nationalen Titelkämpfe sind für Dominik Wache allerdings in diesem Jahr nicht der Saisonhöhepunkt. Den gab es bereits vor ein paar Tagen mit den europäischen Jugendspielen im ungarischen Györ. 10,92 Sekunden lief Wache im Vorlauf über die 100 Meter. Er erfüllte sich damit das Ziel, das Halbfinale zu erreichen. Dort sprintete er in 10,93 Sekunden ins Finale. Im Endlauf standen schließlich 10,83 Sekunden auf der Uhr. Allerdings bei 4,5 Metern pro Sekunde Rückenwind. Beim Sieg des Franzosen Aurelien Larue (10,61 sec) wurde der Cottbuser Achter.

Passen musste in Ungarn hingegen Waches Vereinskollegin Marie Scheppan. Die talentierte 400-Meter-Läuferin hatte sich einen Infekt eingefangen. "Ich habe zwei Kilo Gewicht verloren, da war an einen Start nicht zu denken", verrät sie. Die Krankheit ist auskuriert, in Ulm wird Marie Scheppan mit der besten Meldezeit als Favoritin an den Start gehen. Also ist der Meistertitel sicher? "Ich will an meine Bestzeit herankommen, dann wird man sehen", betont sie. Ihren Vorlauf gewann Marie Scheppan am Freitag und qualifizierte sich damit für den Endlauf, der am Samstagnachmittag ausgetragen wird.

Nach den Meisterschaften können die Leichtathleten dann ein wenig durchatmen. "Es war eine lange Saison", sagt Andrea Schieskow. Doch ans Beine hochlegen denkt Dominik Wache nicht. Ganz im Gegenteil. Er hat die nächsten Tage schon fest verplant und wird mit seinem alten Heimatverein Jüterbog ins Trainingslager fahren. Sprinttraining steht dort zwar nicht auf dem Programm. "Aber vielleicht etwas Schwimmen, Fußball spielen - und auch ein wenig Laufen", sagt er. So ganz kann es Brandenburgs Top-Sprinter dann eben doch nicht lassen.