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Cottbuser Sturzopfer: "Ich hätte querschnittsgelähmt sein können"

Daniel Westmattelmann fährt für das Team Lotto-Kern-Haus.
Daniel Westmattelmann fährt für das Team Lotto-Kern-Haus. FOTO: Imago/img1
Cottbus. Nach dem Motorradunfall beim Radklassiker Cottbus-Görlitz-Cottbus muss der Münsteraner Daniel Westmattelmann um die Fortsetzung seiner Karriere bangen. Jan Lehmann

Nach dem Motorradunfall beim Radklassiker Cottbus-Görlitz-Cottbus ist der schwer verletzte Daniel Westmattelmann vom Team Lotto-Kern-Haus am Montag ins Universitätsklinikum Münster in seiner Heimat verlegt worden. Der 29-Jährige hatte sich den unteren Lendenwirbel gebrochen, als er von einem Polizeimotorrad erfasst worden war.

Im Spremberger Ortsteil Graustein hatte der Beamte kurzzeitig die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und einen Massensturz ausgelöst. Laut Polizeibericht waren noch zehn weitere Fahrer dabei verletzt worden - allerdings nicht so schwer wie Westmattelmann.

Der Münsteraner, der neben dem Radsport an seiner Doktorarbeit an der Universität Münster in Betriebswirtschaftslehre schreibt, muss nun um die Fortsetzung seiner Karriere bangen. Gegenüber den "Westfälischen Nachrichten" erklärte er am Montag frustriert: "Ich habe Glück gehabt, ich hätte auch querschnittsgelähmt sein können. Das war einfach krass, ein Riesenärgernis."

Der Münsteraner berichtete vom Unfall: "Ich bin schon vorsichtig gefahren." Er habe sich auf dem Rad dann gefragt, wo der Motorradfahrer vorbei und überholen wolle, da schlitterte das Gefährt auch schon durch das Peloton. Westmattelmann zufolge seien 30 bis 50 Fahrer in dem Sturz verwickelt gewesen.

Bei der Polizei wird nun zum Unfallhergang ermittelt. Pressesprecherin Ines Filohn bestätigte gegenüber der RUNDSCHAU, dass gegen den sächsischen Beamten automatisch eine Strafanzeige wegen schwerer Körperverletzung gestellt wurde. Westmattelmann sei schon als Zeuge gehört worden, so die Sprecherin. Dass unter den Fahrern ein Video vom Unfall kursieren soll, konnte sie indes nicht beurteilen.

Für den Münsteraner steht nun eine Ausfallzeit von wohl drei Monaten oder länger bevor. Gegenüber den "Westfälischen Nachrichten" sagte Westmattelmann, dass seine Saison beendet sei. Er er klärte lapidar: "Schmerzen ist man als Radprofi gewohnt."